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Sauberkeit in Rostock Ärger im Stadthafen

Von MABO | 14.06.2017, 05:00 Uhr

Segelverein und lokale Unternehmer beklagen die Sauberkeit im Rostocker Sammelpunkt für viele Leute #wirkoennenrichtig

Rostock Der Rostocker Stadthafen hat ein Müll-Problem – das sehen zumindest einige lokale Unternehmer sowie der Rostocker Segelverein Citybootyhafen (RSC 92) so. Das warme und sonnige Wetter  zieht viele Einheimische und Besucher in den Hafen und diese müssen dann eine eher unschöne Entdeckung machen: „Müll von den abendlichen Grillpartys schwimmt im Wasser, liegt auf den Terrassen und Wegen. Glasscherben liegen überall verstreut, sodass man kaum noch mit Hunden im Stadthafen spazieren kann“, berichtet Gunnar Voigt, 2. Vorsitzender des RSC 92.

Dies bestätigen auch  die Restaurantbesitzer vor Ort. „Die Reinigung ist eher mangelhaft. Da die Mülltonnen erst am Nachmittag entleert werden, hatten insbesondere Möwen den gesamten Tag Zeit, den Abfall im Hafen zu verteilen“, erklärt Fabian Stenzel, Leiter des Besitos. Hinzu komme, dass eine Leerung am Sonntag und Montag gänzlich entfällt und sich somit bis zum Dienstagnachmittag der Abfall anhäuft. Vor allem Besucher aus anderen Bundesländern seien von dem Anblick oftmals schockiert, berichtet Carsten Loll, Inhaber des Carlo 615: „Momentan versuchen wir eigenständig vor unserer eigenen Tür, den Müll zu entfernen, aber der restliche Stadthafen sieht dennoch nicht schön aus.“

Die Problematik für den  RSC 92 ist, dass dieser auch den Trainingsstützpunkt  für die Segelvereine der Hansestadt darstellt. „Leider können wir zurzeit den Kindern nur Müll und Scherben zum Training präsentieren“, so Gunnar Voigt weiter. Erschwerend käme hinzu, dass das Vereinsgelände, da keine öffentlichen Toiletten aufgestellt sind, für die „Notdurft“ genutzt werde. „Da muss unbedingt eine Lösung geschaffen werden“, fordert Voigt von der Stadtverwaltung.

Für die Einhaltung der Ordnung schuf die Hansestadt bereits die Position des Hafenvogts. Dennoch schlägt Gunnar Voigt noch einige weitere Maßnahmen vor:  Das Aufstellen zusätzlicher Mülltonnen,  Glascontainer sowie zusätzliche Leerung der Tonnen und eine  tägliche morgendliche Säuberung des Hafens. Seiner Ansicht nach sollten auch die offenen Müllbehälter in den Säulen entfernt werden, da eben jene überfüllt und dann von Vögeln einfach zu leeren sind. Außerdem fordert er das  Aufstellen von öffentlichen Toiletten.

Eine Idee, die auch schon Ordnungssenator Chris Müller (SPD) andachte, schlägt auch der 2. Vorsitzende desRSC 92 vor: die Installation von  festen Grillstationen. Bereits der Senator erwog, für die warmen Sommertage solche Plätze einzurichten. Mögliche Standorte wären dafür zwischen dem Matrosendenkmal und dem Max-Planck-Institut oder auch auf Höhe des Petriviertels denkbar gewesen. Inwiefern diese festen Stationen in der Praxis umzusetzen sind, ist noch fraglich. Marie Boywitt