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Rostock Ärzte ohne Grenzen klären auf

Von Katrin Zimmer | 15.06.2017, 08:00 Uhr

Mitarbeiter der Hilfsorganisation zeigen anhand einer interaktiven Ausstellung am Kröpeliner Tor, wie sie in Krisengebieten arbeiten #wirkoennenrichtig

Sie sind vor Ort, wenn Epidemien ausbrechen, helfen nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen und stehen in Kriegs- und Krisengebieten für Opfer parat. Unter dem Titel „Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen“ haben Mitarbeiter der Organisation gestern auf dem Vorplatz des Kröpeliner Tores eine Ausstellung zur Arbeit der weltweiten Nothilfe eröffnet.

„Wir wollen zeigen, wie wir arbeiten, was für Vor-Ort-Einsätze benötigt wird und wie man uns unterstützen kann“, sagt Logistikerin Elisabeth Brandt. Die studierte Restauratorin arbeitet seit 2014 für die Organisation, war bereits auf Haiti und in Nigeria tätig und ist erst im März von einem Hilfseinsatz in der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt.

Derzeit reist sie mit den Originalmaterialien durch Deutschland, um potenzielle Spender mittels der Wanderausstellung über das Wirken der Ärzte ohne Grenzen zu informieren. Bis Dienstag sind sie und etwa zehn Kollegen täglich auf dem Kröpeliner-Tor-Vorplatz stationiert.

Zu den wichtigsten Aufgabengebieten der Ärzte ohne Grenzen gehören die medizinische Für- und Vorsorge sowie die Aufklärungsarbeit in Sachen Ernährung, Wasser und Hygiene. „Wir behandeln natürlich bereits erkrankte Menschen, die größte Gefahr bei Epidemien wie Cholera, Masern oder Ebola ist jedoch die Infektion weiterer Patienten“, weiß Brandt.

Gerade in Flüchtlingslagern, wo die Menschen dicht aneinander leben, verbreiten sich die Krankheitserreger rasend schnell, wenn nicht entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. So klären die Einsatzgruppen über Desinfektion auf, zeigen Wege, Wasser keimfrei zu machen und warnen vor Erregern an Toiletten. „Wenn beispielsweise die Masern aber bereits ausgebrochen sind, müssen wir so weiträumig wie möglich impfen“, sagt Brandt.

Bis zu 800 Menschen müssen die Helfer dabei täglich versorgen, entsprechende Hilfe-Kits stehen jederzeit bereit, um in die Einsatzgebiete gebracht zu werden. „Das Wichtigste ist neben der medizinischen Versorgung aber die Aufklärungsarbeit“, sagt Brandt. In vielen Einsatzgebieten fehle das Wissen über die Gefahren von Epidemien und wie sich Personen zu verhalten hätten.