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Norddeutsche Neueste Nachrichten Angela Houdini

Von Andreas Herholz | 22.10.2009, 07:20 Uhr

Schwarz-Gelb auf den Spuren des großen Harry Houdini.

Aus scheinbar aussichtslosen Situationen gelang es dem berühmten Zauberer und Entfesselungskünstler sich immer wieder zu befreien. Auch ließ er seine Assistentinnen vorübergehend verschwinden. Ein Trick mit doppeltem Boden, doch das Publikum staunte nicht schlecht. Angela Merkel, Guido Westwelle und Horst Seehofer wollen es ihm nachmachen. Abrakadabra, dreimal schwarz-gelber Kater, schon sind 50 oder 60 Milliarden Schulden in einem Sonderfonds verschwunden. Ein kleiner Schattenhaushalt, und schon gibt es wieder Spielraum für Steuersenkungen. Da geraten die Wähler ins Staunen. Geschickte Haushaltspolitik oder nur ein billiger Taschenspielertrick? Mögen sich Union und FDP noch so große Mühe geben, dieses unseriöse Kunststück als solide Nummer verkaufen zu wollen, es bleibt ein durchschaubares Manöver. Sollte Schwarz-Gelb wirklich auf diesem Umweg versuchen, die Schuldenbremse zu umgehen, würde dies das Vertrauen in die finanzpolitische Kompetenz der künftigen Regierungspartner erschüttern. Mag sein, dass die auf Pump finanzierten Steuersenkungen einen kurzfristigen konjunkturellen Schub auslösen werden. Dass dieser aber so stark ausfallen wird, dass die zusätzlichen Schulden mir nichts dir nichts abgetragen werden könnten, daran glauben selbst Merkel & Co. nicht wirklich. Angela Houdini und Harry Westerwelle könnten am Ende vergeblich auf den Beifall ihres Publikums für diesen teuren Trick warten.