Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Warnemünde Auch ohne Zäune: Betreten der Dünen ist verboten

Von MAPP | 11.08.2015, 12:00 Uhr

Viele Strandbesucher halten sich nicht daran / Tourismusdirektor Fromm plädiert für Absperrungen

Im Hinblick auf die Umzäunung von Küstenschutzdünen und deren Unterhaltung gibt es seit Kurzem eine Änderung. „Seit vergangenem Jahr gehört das nicht mehr zu den Pflichtaufgaben der staatlichen Umweltverwaltung“, sagt Jean Weiß, Leiter des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu). Seine Behörde ist für die Überwachung zuständig. Was die Sache verkompliziert: „Für die Ahndung von Verstößen gegen das Betretungsverbot und die Beschädigung ist die örtliche Behörde zuständig , also die Hansestadt zuständig“, sagt Weiß.

„Auf die Drahtabsperrungen, die die Strandzugänge bisher eingrenzten und den Dünenbereich markierten, hat man in diesem Jahr verzichtet“, kritisiert der Diedrichshäger Lothar Eschke. Er fragt: „Warum eigentlich? Man könnte meinen, dass die Dünen zur Nutzung freigegeben sind, was von vielen auch so verstanden wird“. Den Ärger teilt Gerd Kühne: „Viele betreten die Dünen, nutzen den Bereich zum Entsorgen von Unrat und nicht selten zum Urinieren“, sagt der Warnemünder. „Wenn man in der Nähe einen Strandkorb hat, ist das unangenehm.“

Eine Nachfrage bei Tourismusdirektor Matthias Fromm ergab: „Die Schutzzäune erfüllen eine sehr wichtige Funktion, da sie das für die Dünen stark schädigende Betreten durch Strandgäste verhindern und sie vor der Verunreinigung schützen. „Aus Sicht der Tourismuszentrale wäre es wünschenswert, die Schutzzäune im Seebad Warnemünde wieder aufzustellen“, sagt Fromm.

Stalu-Leiter Weiß meint, dass an einigen Stränden entlang der Ostseeküste Regelungen und Nutzungsvereinbarungen zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und den Gemeinden existieren, bei denen im Gegenzug zu der saisonalen und kostenfreien Nutzung der Strände den Kommunen auch die Umzäunung der Dünen und deren Unterhaltung übertragen wurde. „Ob dies auch für Warnemünde gilt, wird derzeit im Rahmen eines Monitorings geprüft“, sagt Weiß. Der Behördenleiter betont allerdings, dass so eine Einzäunung kaum mehr als eine symbolische Barriere im Bewusstsein der Strandgäste hat.