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Norddeutsche Neueste Nachrichten Auf Wiedervorlage

Von Matthias Hufmann | 06.08.2009, 08:00 Uhr

Das Gute für Erwin Sellering ist: Die DDR-Debatte dreht sich im Kreis, sie wird mit denselben Themen wiederkommen, man kann mit Argumenten von gestern auch morgen ein- steigen.

Selbst die Konsequenzen sind kalkulierbar nach dem neuen Test in Mecklenburg-Vorpommern und zur wahlkampffreien Zeit. Der Initiator der Es-war-nicht-alles-schlecht-Diskussion kassiert Kritik, die so wirkungslos verpufft, dass am Ende nur die Schulterklopfer in Erinnerung bleiben. Keine schlechte Bilanz für eine Strategie, die gestern vollends aufging. Die Vertreter der SED-Opferverbände tauschten sich mit dem Ministerpräsidenten aus. Alles ist jetzt gesagt, auf provokative Thesen folgten versöhnliche Töne. Die DDR kommt auf Wiedervorlage. Und das wird so lange geschehen, wie die Freiheit nicht als übergeordneter Wert erkannt wird, wie das Ja zur Demokratie von der Zahl der Polikliniken (wahlweise Kindergärten) ab- hängig ist, wie die entmündigende Fürsorge fortgesetzt wird. Niemand braucht die Ostdeutschen in Schutz zu nehmen. Wer es wie Sellering mit zweifelhaften Ehrenrettungen trotzdem versucht, verteidigt die Diktatur - und nicht die Leistungen unter ihren erschwerten Bedingungen.