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Norddeutsche Neueste Nachrichten Ausbaupläne für Hotel in Biestow – Nachbarn fürchten um Dorfidylle

Von Juliane Hinz | 06.09.2011, 10:09 Uhr

In Biestow scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Hier dominiert der dörfliche Charakter. Das schätzen die Bewohner, das wollen sie bewahren. Doch nun sehen einige Biestower ihr Idyll gefährdet. Denn das Landhotel Rittmeister, mitten im Ortskern gelegen, will erweitern. „Wir sind der Meinung, dass das Projekt zu gewaltig ist für Biestow“, sagt Dierk Brandenburg, der sich mit einigen anderen Biestowern zusammengetan hat, um sich im Ortsbeirat und den Gremien der Bürgerschaft gegen das Bauvorhaben stark zu machen. Sein Grundstück grenzt direkt an das Hotelareal.

Hotelbesitzer Andreas Barnehl verteidigt sein Vorhaben zum Ausbau des Rittmeisters: „Hier geht es um Zukunftssicherung. Im harten Verdrängungswettbewerb reicht es nicht mehr aus, ein paar Zimmer anzubieten.“ Darum will er auf dem hinteren Teil seines Grundstücks ein drittes Gebäude errichten. Hier sollen weitere Zimmer, ein Wellnessbereich und später vielleicht auch ein Außenpool Platz finden. Die besorgten Anwohner versucht er zu beruhigen: „Der Pool wird kein Vergnügungsbad, sondern ein Ruheort für den Spa-Bereich.“ Lärm erwartet er hier nicht. Durch die Aufteilung des Hotelbetriebs auf drei Gebäude hofft Barnehl, dass der Dorfcharakter nicht gestört wird. Keines der Gebäude werde größer als die anderen Häuser im Dorfkern, betont er. Im Zuge des Ausbaus sollen sechs neue Arbeitsplätze entstehen. Was die verärgerten Anwohner aber auch beunruhigt, ist der zu erwartende Verkehr im Zusammenhang mit einer Hotelerweiterung. Schon jetzt sei mitunter der gesamte Seitenstreifen am Biestower Damm vor dem Friedhof zugestellt. Der Hotelinvestor will zwar weitere Parkplätze schaffen, aber seine Nachbarn fürchten, dass diese nicht ausreichen.

Ralph Müller, Leiter des Stadtplanungsamts, versichert, dass sich die Anzahl der Stellplätze an offiziellen Richtlinien orientiert. „Hier gibt es eine Von-bis-Spanne, bei der wir noch einmal nachgerechnet haben“, so Müller. Seine Ergebnisse will er heute Abend im Ortsbeirat vorstellen. Er hofft, dass ein Kompromiss gefunden werden kann. Letztendlich entscheide aber die Bürgerschaft.