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Traurige Bilanz Badetote zu beklagen

Von Redaktion svz.de | 22.07.2014, 07:00 Uhr

Sieben Menschen haben in MV beim Baden ihr Leben gelassen. Die Retter klagen über die Beratungsresistenz der Urlauber .

Tragische Bilanz eines heißen Sommerwochenendes: Beim Baden in der Ostsee und in Seen starben am Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern sieben Menschen. Mindestens 18 Menschen sind beim Baden deutschlandweit ums Leben gekommen. Zwei Personen werden noch am Plauer See vermisst.

Vor Sellin (Rügen) kam am Sonntag ein 56-jähriger Familienvater aus Niedersachsen ums Leben. Vor allem hoher Wellengang und Unterströmung sorgten an dem Tag für gefährliche Badeverhältnisse. Es herrschten 1,5 bis 2,5 Meter hohe Wellen. „Während der Wiederbelegungsmaßnahmen am Strand gingen Eltern mit ihren Kindern weiter ins Wasser. Das war ein Irrsinn“, sagte der Selliner Wachleiter Peter Prussakowski.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft beklagt, dass Badende die Risiken falsch einschätzen. Trotz gehisster roter Flagge, starkem Wellengang  und Unterströmung gingen die Menschen ins Wasser. „Das Hauptproblem ist, dass ein Teil der Badegäste beratungsresistent ist“, sagte Einsatzleiterin Mai Bartsch. Die Rettungsschwimmer könnten nur auf die Gefahren hinweisen. „Wir können aber die Menschen nicht am Baden hindern.“ Das Sozialministerium in Schwerin sieht sich zu ernsten Warnungen gezwungen. „Die Ostsee ist keine Badewanne“, so ein Sprecher. Den Anweisungen der Rettungsschwimmer sei unbedingt Folge zu leisten. Bei Prora kamen ein 59-Jähriger und seine gleichaltrige Frau aus Bergen ums Leben. Ein Achtjähriger starb im Ostseeheilbad Graal-Müritz und ein 87-Jähriger in einem Badesee in der Feldberger Seenlandschaft. Auf Hiddensee starb ein 46 Jahre alter Urlauber aus Hamburg. Vor Ückeritz (Usedom) starb ein 60-jähriger Mann aus Berlin. Polizeiangaben zufolge starb er an gesundheitlichen Problemen. Er wurde leblos aus dem Wasser gezogen. Die Wasserschutzpolizei Schwerin sucht zwei möglicherweise ertrunkene Personen im Plauer See. Ein Sportbootsführer hat die beiden offenbar erschöpften Schwimmer an einer Boje gesehen. Die Suche wurde gestern Abend zunächst ergebnislos eingestellt.

 Martina Rathke Seite 5