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Bad Doberan Beim Wassertrinken den Wald retten

Von Claudia Labude | 02.05.2012, 08:17 Uhr

Umweltminister Till Backhaus hat gestern in Bad Doberan einen Einblick in seinen Getränkekonsum gegeben.

"Also, ich trinke Ihr Wasser sehr gerne", sagte der SPD-Politiker bei der Begrüßung im Glashäger-Werk und ergänzte: "Zu Hause schaffen wir mit zwei Personen eine Kiste pro Woche." Dabei war er eigentlich aus rein dienstlichen Gründen ins Unternehmen gekommen. Geschäftsführer Paul Klemens Korn und der Minister besiegelten im Brunnenmuseum auf dem Firmengelände ihre Zusammenarbeit. Und zwar bei den Waldaktien. Wer bis September dieses Jahres zehn Kisten des regionalen Mineralwassers kauft, die Kassenbons sammelt und einschickt, der erhält von Glashäger eine Waldaktie.

Kauf, Bepflanzung und Pflege von zehn Quadratmetern

Dieses ideelle Papier im Wert von zehn Euro symbolisiert den Kauf einer zehn Quadratmeter großen Waldfläche. Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) verwaltet die Einnahmen und bezahlt davon den Kauf, die Pflanzung und die Pflege der Bäume, die dann zum Klimawald heranwachsen können. 13 dieser Wälder gibt es bereits in MV. "Wenn die Nachfrage weiterhin so groß ist, stellen wir von staatlicher Seite gern weitere Flächen zur Verfügung", sagte der Minister.

Die Idee der Aktie wurde 2007 im Umweltministerium geboren. Der Gedanke dahinter: einen geldwerten Vorteil und das Thema Naturschutz zu verbinden. "Mittlerweile haben wir nicht nur bereits 40 000 Aktien verkauft, das heißt 400 000 Euro in Aufforstung investiert, sondern wurden für das Projekt mehrfach ausgezeichnet", sagte Backhaus. Stolz mache ihn auch, dass Mecklenburg-Vorpommern mit der Idee beispielgebend gewesen sei und andere Länder inspiriert hätte. "Auch in Togo, Bosnien und Chile gibt es Waldaktien und Flächen, die durch das dort gesammelte Geld aufgeforstet werden."

Die ursprüngliche Idee sei auf Touristen ausgerichtet gewesen. "Schließlich setzt eine vierköpfige Familie, die zum Beispiel aus NRW nach Mecklenburg in den Urlaub fährt, für die An- und Abreise und während ihres 14-tägigen Urlaubs gut 850 Kilogramm Kohlendioxid frei", nannte Backhaus Zahlen. Mit einer Waldaktie könnte diese Familie etwas für ihre Klimabilanz tun, schließlich würden zehn Quadratmeter Wald ungefähr die gleiche Menge CO<tiefstellen>2</tiefstellen> binden. Mittlerweile habe die Waldaktie sogar ein Folgeprojekt, die so genannten Moor-Futures. Ein Emissionszertifikat, das die Renaturierung der vielen Moore im Land unterstützt und dessen Name einen Aktienbegriff mit dem englischen Wort für Zukunft verbindet.

Glashäger unterstützt jetzt erst einmal die Wälder. "Schließlich ist Wasser ein absolutes Naturprodukt - deshalb sind wir auf die Reinheit dieser Ressourcen extrem angewiesen und verdanken unseren Umsatz einer intakten Natur", sagte Korn. Das sei natürlich auch Verpflichtung, etwas für den Umweltschutz zu tun. Deshalb hat das Unternehmen noch vor der Aktion für die Verbraucher je eine Aktie für die 60 Mitarbeiter erworben. Die Bäume sollen im Herbst im Klimawald Bützow gepflanzt werden.

Die Waldaktien, die das Unternehmen für die Verbraucher finanziert, wurden erst einmal auf 1000 Stück begrenzt. Jeder, der die Kassenbons einschickt und die Aktie erhält, könne sich aussuchen, in welchem der Wälder sein Baum gepflanzt wird. Und dann zuschauen, wie der eigene Beitrag zum Klimaschutz jedes Jahr größer wird.