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Rostock Beirat nimmt Gestalt an

Von Juliane Hinz | 08.05.2012, 08:39 Uhr

Bei städtebaulichen Projekten haben die Hansestadt und mit ihr private Bauherren in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen bewiesen.

Jüngste Beispiele dafür sind der Kanonsberg und das Parkhaus auf der Holzhalbinsel. Letzteres war es auch, das schließlich den Anstoß dafür gab, dass nun ein Gestaltungsbeirat ins Leben gerufen werden soll. Heute Abend wird die Bürgerschaft über die Einrichtung eines entsprechenden Gremiums entscheiden.

Der Entschluss, dass eine Expertenrunde nötig ist und in Zukunft zu Rate gezogen werden soll, fiel bereits im vergangenen Oktober. Seither hat die Stadtverwaltung an einer entsprechenden Geschäftsordnung, also an der Gestaltung des Gestaltungsbeirates, gearbeitet. So soll er aussehen: Fünf Mitglieder sollen jeweils für drei Jahre in den Beirat berufen werden. Dazu soll eine noch einzurichtende Geschäftsstelle Vorschläge unterbreiten. Per Bürgerschaftsbeschluss werden die Mitglieder dann gewählt. Aus ihrer Mitte heraus bestimmen die Fachleute einen Vorsitzenden. Kriterien für die potenziellen Mitglieder sind zum einen natürlich ein ausgewiesener Sachverstand. Darüber hinaus dürfen die Mitglieder weder ihren Wohn- noch Geschäftssitz in Rostock haben. Sie dürfen vor ihrer Tätigkeit im Beirat drei Jahre lang nicht auf dem Gebiet der Hansestadt tätig gewesen sein und müssen sich auch dazu verpflichten, drei Jahre nach ihrem Ausscheiden nicht in Rostock zu arbeiten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Experten in ihrer Funktion als Berater unabhängig sind.

Je zwei Architekten und Stadtplaner sowie ein Landschaftsarchitekt werden im Gestaltungsbeirat sitzen. Sie sollen die Bürgerschaft und ihre Gremien, die Stadtverwaltung und private Bauherren bei der Gestaltung städtebaulich bedeutsamer Vorhaben beraten. Vor allem in den Bereichen Stadtmitte und Warnemünde werden solche Bauprojekte zu finden sein. Außerdem sollen die Sachverständigen dabei helfen, Wettbewerbe, Gutachten und Workshops zu planen. Das Ziel laut Geschäftsordnung ist "ein hohes Maß an architektonischer und städtebaulicher Qualität im Stadtbild zu erreichen. Vom Wirken des Gestaltungsbeirates und seiner Mitglieder wird zudem ein positiver Einfluss auf das Bewusstsein für gute Architektur, Städtebau und Stadtgestaltung in der Öffentlichkeit wie auch in der Politik und der Verwaltung erwartet." Die alle drei Monate stattfindenden Sitzungen des Gestaltungsbeirates werden in der Regel öffentlich sein und nur in Ausnahmefällen hinter verschlossenen Türen abgehalten.

Eine Reihe Änderungsanträge gibt es zum Thema Gestaltungsbeirat. Die vorberatenden Gremien haben darüber unterschiedlich abgestimmt. So erhielt der Antrag von Dr. Sybille Bachmann (Rostocker Bund), dass drei der fünf Mitglieder nicht aus MV sein sollten, nur im Bauausschuss ein positives Votum. Im Ausschuss für Stadt- und Regionalentwicklung wurde er abgelehnt. Eine Empfehlung zum Antrag von Dr. Ursula Karlowski (Grüne), dass auch die Ortsbeiräte ein Vorschlagsrecht erhalten sollten, gibt es noch nicht.