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Totale Mondfinsternis Besonderen Mond im Blick

Von CLLA | 27.07.2018, 05:00 Uhr

Astronomischer Verein lädt heute zur gemeinsamen Fernrohrbeobachtung.

Als kleiner Junge ist Henning Schmidt den Sternen schon relativ nah gewesen. Damals, in der Wohnung im fünften Stock eines Hauses in Schmarl, wurde seine Leidenschaft für Astronomie geweckt. „Schlüsselerlebnisse waren der Halleysche Komet im Jahr 1986 und die Voyager 2 Mission“, sagt der Jurist. Heute, mit 43, ist Schmidt Vorsitzender des Astronomischen Vereins Rostock und gibt zusammen mit 40 Mitstreitern sein Fachwissen an interessierte Besucher weiter.

Eine totale Mondfinsternis hat der dreifache Vater schon mehr als zehn Mal erlebt. Dennoch sei die heutige etwas Besonderes. „Weil sie im Sommer stattfindet und weil der Mond schon recht dunkel aufgeht – um 21.16 Uhr, die Totalität setzt dann 21.30 Uhr ein“, so der Experte. Der Fakt, dass der Mond heute besonders rot erscheine und tief steht, ermögliche auch Laien gute Fotoaufnahmen – vor allem mit Teleobjektiv. „Allerdings wird der Mond etwas deformiert erscheinen, das liegt unter anderem am Hitzeflirren“, so Schmidt.

Er empfiehlt, nicht mitten in der Stadt auf die beste Sicht zu hoffen, sondern schon im Vorfeld einen Standort zu suchen, der guten Blick nach Südosten ermöglicht. „Zum Beispiel weiter oben in den Häusern in Lütten Klein, von Groß Klein Richtung Hafen, auf Dachterrassen, am Südrand von Biestow oder im Bereich der Stadtmauer rund um die Petrikirche“, zählt er auf. Tolle Mond-Ansichten würden auch die Warnemünder Mole sowie die Seebrücken entlang der Ostsee bieten. Etwa eine Stunde nach Beginn der totalen Mondfinsternis würde sich neben Saturn im Süden noch Mars direkt unterhalb des verdunkelten Vollmondes dazugesellen – was die Besonderheit des heutigen Abends noch erhöht.

Henning Schmidt selbst würde sich einmal eine Mondfinsternis zur Weihnachtszeit wünschen, weil der Mond dann sehr hoch steht. „Am besten sind die Ereignisse, für die man nicht früh aufstehen muss“, sagt er schmunzelnd. Bei der nächsten totalen Mondfinsternis am 20./21. Januar 2019 sei das der Fall – „da wird die Totalität morgens erreicht, kurz bevor der Mond wieder untergeht“.

Schmidts Lieblingsobjekt ist aber nicht der Mond, sondern Jupiter. „Und ich mag Kometen – weil die für Überraschungen sorgen“, sagt er. Könnten Experten die besonderen astronomischen Ereignisse für mehr als 100 Jahre voraussagen, wären Kometen der unberechenbare Teil. Um sie zu beobachten, muss Schmidt aber nicht immer ins Vereinsquartier fahren. Er hat sich im privaten Garten den Traum einer eigenen kleinen Sternwarte erfüllt. Für unterwegs gibt es dazu noch ein Reiseteleskop, das auch im Urlaub besondere Beobachtungen zulässt.

Termin: Der Astronomische Verein Rostock lädt Interessenten heute Abend in die Sternwarte Tycho Brahe im Nelkenweg 6 zu Fernrohrbeobachtungen ein. Beginn ist 21 Uhr.