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KTV Betty-Abrissbagger rücken an

Von TOHI | 21.11.2017, 22:00 Uhr

Rettungsversuche für ehemaliges Elisabeth-Heim scheitern. Seit gestern laufen die Arbeiten. Im März Bürgerforum zum Neubau geplant.

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot und vereinzelten Schaulustigen haben gestern Morgen die Abrissarbeiten am ehemaligen Elisabeth Heim, der Betty, begonnen. Neue Proteste gab es keine, erklärt Polizeisprecherin Yvonne Hanske: „Alles ist ruhig geblieben.“ Das gelte auch für die Zeit nach der Räumung des besetzten Gebäudes vor rund einem Monat.

Ursprünglich sollten die Bagger später anrollen. „Wir sahen uns jetzt vor dem Hintergrund ,Gefahr im Vollzug‘ zu dem Schritt gezwungen“, sagt Kai Hörig, Geschäftsführer des Studentenwerks. Er rechnet damit, dass die Beräumung und Begrünung des Geländes mit Rasen am Jahresende abgeschlossen ist. Durch die Besetzung habe sich auch der Planungsstart verzögert, der nun in diesem Monat erfolgte. Die Suche nach einem Architekturbüro ist nach einer europaweiten Ausschreibung mittlerweile beendet.

Anfang März soll die Entwurfsplanung fertig sein. „Dann werden wir wie versprochen ein Bürgerforum organisieren“, sagt der Geschäftsführer. Außerdem soll der Gestaltungsbeirat die Vorlage diskutieren. „Wir wollen eine gute Nachbarschaft“, sagt Hörig. „Hätten wir eine Chance gesehen, das Gebäude in dem Zustand zu erhalten, hätten wir es gemacht.“ Als Folge der Proteste habe es noch einmal mehrere Rundgänge gegeben, um mögliche Lösungen für einen Erhalt zu finden. Das sei aber nur zum Preis eines Kostenanstiegs um das 1,5- bis 2-Fache möglich. „Jeder Euro mehr wirkt sich aber unmittelbar auf Semesterbeitrag, Miete und Essenskosten aus“, sagt Hörig. „Da haben wir eine Verantwortung den Studenten gegenüber.“

In dem Neubau sollen eine Mensa mit 400 Sitzplätzen sowie ein Wohnheim für bis zu 60 Studenten unterkommen. Den Spatenstich will Hörig Anfang 2019 setzen, die Eröffnung zum Wintersemester 2020 feiern. Wohl erst dann wird die Kleine Mensa Ulme abgerissen. Nach zehn Jahren in Betrieb soll sie noch einmal für die Übergangszeit ertüchtigt werden. Ursprünglich sollte sie als vierjährige Interimslösung dienen.