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Markgrafenheide Bio-Edelpilze gehören jetzt zum Angebot

Von Maria Pistor (mit dpa) | 28.06.2018, 20:45 Uhr

600 Gäste besuchen die integrative Arbeitstagesstätte In der Lehmkuhl.

Im Laufe der Zeit hat sich Ralf Schultz unter Anleitung von Gärtner Rainer Leidholdt und dessen Kollegen zum Pilzkenner entwickelt. Der 49-Jährige gehört zu den Klienten der Arbeitstagesstätte In der Lehmkuhl der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP), die gleichzeitig dort arbeiten und betreut werden. Ralf Schultz ist Teil des Teams, das im neuen Geschäftsfeld der Arbeitsstätte tätig ist. Dabei geht es um die Zucht von Edelpilzen wie Shiitake-Pilzen und Kräuterseitlingen.

„Mir macht die Arbeit Spaß, die waldreiche Umgebung tut meiner Psyche gut, weil ich hier gut abschalten kann in der Natur“, sagt Schultz. „Neben der Herstellung von Edelpilzen haben wir die Champignon-Zucht von herkömmlicher Herstellung auf Bio umgestellt“, sagt Gärtner Leidholdt, der gleichzeitig Betreuer im Team ist, dessen Leitung Birgit Hartwig inne hat. Schwerpunkt der Einrichtung ist die Betreuung von Menschen mit psychischen Problemen sowie chronisch mehrfach geschädigten Abhängigkeitskranken, die durch Hilfe wiedererlangte Fähigkeiten stabilisieren wollen.

17 Beschäftigte kümmern sich täglich um die Pilze, die als sogenannte Pilzbrut in Substratkisten geliefert werden. In den Bunkerhallen gedeihen die Champignons in Dunkelheit und Feuchtigkeit. Wenn sich das Pilzgewebe im Boden ausgebreitet hat, dauert es noch etwa zwei Wochen, bis die Pilze die richtige Größe erreichen und geschnitten werden können. Sie werden verpackt und an Großhändler, Supermärkte und Gastronomen geliefert oder ab Hof verkauft. Jährlich werden 75 Tonnen Kulturchampignons geerntet.

In regelmäßigen Abständen lädt die Einrichtung in Markgrafenheide zum Hoffest ein, wo Besucher an Führungen teilnehmen sowie Pilze und Kaminholz erwerben können. Das war auch am Mittwoch so. Die 600 Besucher konnten sich über die Tagesstätte informieren und einfach die Seele baumeln lassen. Für viele Einrichtungen aus der Region ist das ein selbst gewählter Pflichttermin. Dazu gehört der Treff der Arbeiterwohlfahrt aus Markgrafenheide, der das Datum bewusst in den Monatsplan aufnimmt. Auch für Ortsbeiratsvorsitzenden Jürgen Dudek (Rostocker Bund) ist es eine Selbstverständlichkeit, dabei zu sein. „Das wird von Mal zu Mal eine bessere Veranstaltung, es ist interessant, wie sich das Gelände entwickelt“, sagt Dudek. Er weiß, dass viele Markgrafenheider das Angebot gern nutzen, montags bis freitags zwischen 7.30 bis 16 Uhr frische Pilze in der Hofproduktion zu erwerben.

Auf einen Blick: Die Arbeitsstätte
In der Arbeitstagesstätte Lehmkuhl gibt es vier Fachbereiche. Pilzproduktion: Zucht, Ernte, Versand und Vertrieb von Champignons und Aufbau einer Vitalpilzproduktion Shiitake-Pilze und Kräuterseitlinge Grünflächenunterhaltung: Hege und Pflege des 35 Hektar großen Waldbestandes Waldgartenprojekt: Anbau von Beeren, Pflanzen von  Obstbäumen, Salat-, Kräuter- und Gemüseanbau Projekt Bienenkiste: Honigherstellung