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OB-Wahl 2019 Bockhahn will Rostocks neuer Oberbürgermeister werden

Von NICP | 06.07.2018, 15:35 Uhr

Nach 14-jähriger Amtszeit von Roland Methling muss in Rostock ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden. Der erste Kandidat steht.

Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) will 2019 Rostocker Oberbürgermeister werden. Der Kreisvorstand seiner Partei empfiehlt ihn. Damit ist er der erste offizielle Kandidat für die Nachfolge von Roland Methling (parteilos).

„Ich bin seit 14 Jahren ehren- und hauptamtlich in dieser Stadt aktiv, 1978 hier geboren und ich liebe sie“, sagt Bockhahn. Das heiße aber nicht, dass hier alles gut ist. Er setzt  Schwerpunkte: „Die soziale Spaltung müssen wir in den Griff bekommen.“ Stadtteile, die abgehängt seien, müssten aufgewertet werden. Das fange schon bei den Gehwegen an, die im Nordwesten in einem schlechteren Zustand als in Stadtmitte seien. Er würde Stadtteil- und Begegnungszentren stärken, aber daneben auch andere soziale Anlaufpunkte befördern wollen. „Auch die Straßenbahnanbindung von Schmarl und Groß Klein finden wir eine ganz wichtige Frage.“

Hintergrund OB-Wahl 2019 Rostock

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Hintergrund OB-Wahl 2019 Rostock


Wahltermin


Gewählt wird der OB aller Voraussicht nach am 26. Mai – zusammen mit der Europa- und der Kommunalwahl und damit drei Wochen später als formal vorgeschrieben. Das Innenministerium hat der Stadtverwaltung aber bereits grünes Licht erteilt.


Amtsinhaber Roland Methling


Roland Methling (*9. März 1954) wurde am 27. Februar 2005 im ersten Wahlgang mit 58,2 Prozent der Stimmen zum OB gewählt und 2012 erneut (53,8 Prozent).  Er hat das Antrittsalter von  63 Jahren überschritten und kann 2019 nicht antreten. Falls sein Nachfolger nicht sofort das Amt antreten könnte, könnte er bis zu einem halben Jahr über das Ende seiner Amtszeit (6. Juli 2019)  hinaus  im Amt bleiben.

Für Stadtmitte, wie die ganze Stadt, wolle er Freiflächen erhalten, „kommerzfreie Räume schaffen, in denen Menschen sich aufhalten können“. Darauf sei in den letzten Jahren nicht genug Wert gelegt worden. Im Fokus des Linken-Politikers stehen auch Schulen, Kitas und Sportstätten. Rostock schaffe schon viel. So sei auch der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz erfüllt und würden jährlich zwölf Millionen Euro in Schulsanierungen investiert:  „Aber das reicht nicht.“ Sanierungen, Aus- und Neubauten seien nötig. Thema müsse auch der digitale Wandel sein. Ein Medienentwicklungsplan für Rostocker Schulen sei auf dem Weg. Als eine Lösung für die Wohnungsnachfrage sieht Bockhahn Aufstockungen beispielsweise bestehender Viergeschosser. Er würde auch an einer Offensive für sozialen Wohnungsbau mit dem Land arbeiten wollen.

Der Kreisvorstand der Linken hat Donnerstag „einstimmig beschlossen, das wir unserer Parteibasis empfehlen, Steffen Bockhahn zum Oberbürgermeister zu machen“, sagt Kreis- und Fraktionsvorsitzende Eva-Maria Kröger. Die Linke geht mit dem Slogan „Das Beste für Rostock“ in den Wahlkampf. „Und das Beste für Rostock wäre ein linker Oberbürgermeister und eine starke linke Fraktion“, so Kröger. Formal sollen die Linken Bockhahn bei einer Gesamtmitgliederversammlung in der Stadthalle im Oktober wählen.

Zur Person: Steffen Bockhahn

  • am 29. Dezember 1978 in Rostock geboren
  • lernte Redakteur und Nachrichtensprecher, studierte Politikwissenschaften
  • Landesvorsitzender der Partei Die Linke von 2009 bis 2012
  • Mitglied des 17. Deutschen Bundestags 2009 bis 2013
  • seit 2014 Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport
  • Vater einer Tochter
Kommentar von Nicole Pätzold: Der Wahlkampf ist offiziell eröffnet
Mit Steffen Bockhahn ist der Wahlkampf offiziell eröffnet. Warum auch bis nach der Sommerpause warten, denken sich die Linken. Ihr Kandidat ist bei seiner politischen Karriere und  Kenntnis der Verwaltung keine Überraschung. Doch wer kommt  noch dazu? Die Kandidatur von Ordnungssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski scheint sehr wahrscheinlich oder hat die SPD noch jemanden in petto – den Finanzminister etwa? Die  Grünen werden  wohl auf Fraktionschef Uwe Flachsmeyer  setzen. Eine große Überraschung wird der Kandidat der CDU. Es wird gemunkelt, sie stützen Müller-von Wrycz Rekowski mit. Aber im ersten Wahlgang? Sie haben ja auch einen sehr regen Fraktionschef mit Daniel Peters, sollen aber auch bei KOE-Chefin Sigrid Hecht und  IGA-Chef Matthias Horn – erfolglos – vorgefühlt haben. Und Peter Stein? Die Spekulationen sind wild. Roland Methling war damals übrigens ein relativer Überraschungskandidat.