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BP ,Bredstedt' In Seemeilen 31 Mal die Erde umrundet

Von Maria Pistor | 15.11.2018, 17:19 Uhr

Nach 30 Jahren Dienst im Grenzschutz geht die BP 21 "Bredstedt" aus Warnemünde auf ihre letzte Fahrt nach Neustadt.

Die Musik passt perfekt zum Anlass. Als das Boot der Bundespolizei BP 21 "Bredstedt" am Donnerstag von Warnemünde auf seine letzte Streifenfahrt nach Neustadt fährt, ertönt an Deck "Time to say Goodbye". Auch wenn sich alle auf das Nachfolgermodell freuen: Ganz frei von Wehmut ist in diesem Moment wohl keines der Crew-Mitglieder. Auf der Brücke nimmt Kommandant Bernd Graumann Platz, der schon bei der Volksmarine im Grenzschutz tätig war. Neben ihm agiert sein Stellvertreter Markus Wiechmann. Beide sind konzentriert und routiniert. Sie fahren seit Jahrzehnten auf diesem Schiff der Bundespolizeiinsepktion See, das jetzt in der Station in Neustadt an die Kette gelegt wird. "Es wird dann entschieden, ob es umfunktioniert, verkauft oder verschrottet wird", zeigt Inspektionsleiter Holger Mühlstein die Varianten auf. "Einerseits ist bei so einer Abschiedsfahrt schon ein wenig Wehmut im Spiel, aber wir freuen uns natürlich auch auf das Nachfolgerschiff", sagt Graumann. Das wird derzeit gerade auf der Fassner-Werft in Berne gebaut und dort auch im Dezember auf den Namen BP "Bamberg" getauft. Im März soll die "Bamberg" - eines der drei jeweils 55 Millionen Euro teuren Neubauten - auch nach Warnemünde kommen, wo derzeit die "Eschwege" im Einsatz ist. Die neuen Schiffe übernehmen die gleichen Aufgaben hinsichtlich der Grenzsicherung. Der Gedanke an maritimen Terrorismus spielte bei der Ausstattung der neuen Klasse schon mit rein. Sie verfügen technisch und auch sonst über ganz andere Fähigkeiten als die jetzigen Schiffe.

Vor der Abfahrt erinnerte Holger Mühlstein an die Leistungen dieser 30 Jahre alten Schiffsdame. "In Seemeilen hat sie bereits 31 Mal die Erde umrundet", bilanziert der Polizeioberrat und Kapitän. Dann ließ er acht Glasen schlagen. Das ist ein Ritual zum Beginn und Ende einer Wache.

Er wünscht sich übrigens, dass auch noch mehr Frauen den Weg zur Bundespolizei finden. Derzeit gibt es in der Inspektion drei, "die alle ihren Mann stehen", heißt es augenzwinkernd aus der Männerrunde. Bevor die Kommandanten auf die Brücke des neuen Schiffes dürfen, kommt eine mehrwöchige Ausbildung, damit es alles reibungslos läuft.

An Bord dieser Schiffe der Bundesinspektion See Warnemünde werden viele Polizisten gleichzeitig zu Seeleuten und einige Seeleute werden auf Umwegen hier zu Polizisten. Gutes Personal wird gesucht, das betont der Inspektionsleiter immer wieder.

Bei der letzten Streifenfahrt wird die BP 21 "Bredstedt" von einem Boot der Küstenwache und einem Schlauchboot der Wasserschutzpolizei begleitet. Das ist so üblich, schließlich arbeiten die genannten Institutionen auch sonst eng zusammen.

Auf einen Blick

Die BP 21 „Bredstedt“ wurde am 5. März 1988 bei der Elsflether Werft AG in Bremen auf Kiel gelegt. Statt einem Stapellauf hatte es damals einen Stapelhub gegeben, zwei Schwimmkräne hievten den 600 Tonnen schweren Koloss ins Wasser. Ab März 2002 erfüllten die Besatzungen der Bundespolizeiinspektion See Warnemünde mit der „Bredstedt“ ihren grenzpolizeilichen Auftrag.