Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Brache in der Südstadt wird bebaut

Von Nicole Pätzold | 23.03.2015, 12:00 Uhr

Investor will Mehr- und Einfamilienhäuser beim Hellberg errichten / Projekt soll Wohnungsmangel entgegenwirken

Zwischen Tychsen-, Dorothea-Erxleben- und Schwaaner Landstraße klafft eine 2,7 Hektar große Lücke. Das soll sich jetzt ändern und ein Wohngebiet im Viertel entstehen, wie es schon seit Jahren angedacht ist. Das Amt für Stadtentwicklung unterstützt das, schließlich sei der Wohnbedarf in Rostock hoch und die Südstadt zum Leben beliebt.

„Es war vorher lange problematisch, Kontakt mit dem Eigner aufzunehmen, um was aus dem schönen Wohngebiet zu machen“, sagt Amtsleiter Ralph Müller. Jetzt gibt es einen Investor für die Fläche Am Hellberg 2, der die Ziele der Stadt zu teilen scheint. Westlich und südlich der Dorothea-Erxleben-Straße gibt es bereits mehrgeschossige Wohngebäude. Diese werden in Richtung Tychsenstraße fortgesetzt, ebenfalls als drei- bis viergeschossige Mehrfamilienhäuser. In der Mitte der Fläche soll eine Verbindungsstraße gebaut werden – der Investor zahlt. In den entstehenden Quartieren zwischen Schwaaner Landstraße und Dorothea-Erxleben-Straße sollen zweigeschossige Einfamilienhäuser entstehen – „in weitgehend einheitlichen, städtisch geprägten Bauformen als Einzel- und Doppelhäuser", heißt es aus dem Amt. Um das Ortsbild zu erhalten, sollen Stellplätze auf den Grundstücken entlang der Tychsenstraße vermieden, Freiflächen gelassen und ein Kinderspielplatz gebaut werden.

Der Ortsbeirat Südstadt ist für den Bau. Die Mitglieder fordern aber, dass Festlegungen zur Neigung und Glasur der Dachziegel sowie zur Farblichkeit der Häuser aus den Bestimmungen gestrichen werden. Dem Bauherren solle mehr Gestaltungsspielraum gelassen werden, so Beiratsvorsitzende Kristin Schröder (Linke). Dieser Empfehlung folgte der Bauausschuss allerdings nicht, weil der Investor die Bestimmungen laut Amt bereits akzeptiert habe, sagte Ausschuss-Chef Frank Gießen (CDU). Über das Bauvorhaben beziehungsweise den Bebauungsplan entscheidet die Bürgerschaft am 25. März.

Denn: Noch gibt es kein Baurecht. Zwar existiert ein Bebauungsvorschlag, der 1997 für das Wohngebiet Am Hellberg beschlossen wurde. Der Plan wurde von der Genehmigungsbehörde jedoch teilweise versagt. Realisiert wurden nur die Häuser an der Dorothea-Erxleben-Straße.

Zum Hintergrund: Als der entsprechende Plan entstand, war die Nobelstraße noch nicht fertig. Die Verantwortlichen gingen von einem hohen Verkehrsaufkommen aus und wollten Parkpaletten setzen. Mit der Nobelstraße änderte sich die Situation. Da der B-Plan nicht überarbeitet wurde und nichts passierte, hob die Bürgerschaft ihn 2007 auf.