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gartenstadt Bürger wehren sich gegen Lkw-Lärm

Von Benjamin Himmler | 11.05.2012, 10:43 Uhr

Die Fenster zittern, Anwohner bleiben nächtelang schlaflos, täglich müssen Radfahrer und Fußgänger um ihr Leben fürchten, wenn im Tannenweg die Lkw über die wellige Straße brettern.

Und das jeden Tag, beinah 24 Stunden lang. Dagegen laufen die Anwohner nun Sturm. Gestern stellten sie sich stundenlang an die Straße und protestierten mit Transparenten und Flugbändern gegen die Gefahren und den Lärm. "Der Zustand ist nicht mehr hinnehmbar. Der Lärm macht uns krank, das ganze Haus wackelt, wenn die Laster vorbeifahren", sagt Anwohner Jens Röpken. Nach vielfachen Gängen zu den Behörden werden die Anwohner jetzt selbst aktiv.

Eigentlich dürfen nur kleinere Autos mit 50 Kilometern pro Stunde auf der Straße parallel zur Bahnstrecke fahren, für Laster gilt Tempo 30. Doch daran hält sich hier im Grunde niemand. Dabei ist die Straße in schlechtem Zustand und gleichzeitig die einzige Zufahrtsstraße zum Gewerbegebiet, wo unter anderem die Stadtentsorgung und Veolia ihre Werke haben. Hunderte Schwerlaster nutzen die Piste täglich, um in die Stadt oder zur Autobahn zu fahren - und achten dabei nicht auf Geschwindigkeitsbegrenzungen. Der Verkehr ist auch ein direktes Unfallrisiko. Seinen Kindern habe er verboten, mit dem Fahrrad die Straße zu nutzen, sagt Röpken. Der Rentner Herbert Lohndorf bringt das Problem auf den Punkt: "Die Straße heißt nicht umsonst Tannenweg, leider ist sie inzwischen eher eine Rennbahn geworden." Mehrfach schon haben sich die Anwohner an das Straßenbauamt und die Polizei gewandt. Diese kennen das Problem, sehen aber keine Lösung. Selten werden Radarkontrollen gemacht, die aber weitestgehend wirkungslos bleiben. Auch haben sich die Nachbarn schon direkt an die Firmen gewandt. Ohne Ergebnis - die Laster fahren weiterhin laut scheppernd und ohne Rücksicht durch den Tannenweg.

Die Anwohner wollen aber nicht nur meckern, sondern auch Änderungsvorschläge einreichen: Sie fordern eine generelle Tempobegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde. Auch sollten Bremsschwellen eingerichtet oder regelmäßige Radarkontrollen durchgeführt werden. Für Röpken wäre die beste Lösung eine Autobahnauffahrt: "Alle Laster des Fernverkehrs fahren hier durch, obwohl die Autobahn von den Werken nur wenige hundert Meter entfernt ist. Es fehlt aber die Auffahrt." Bis sich etwas tut, wollen die Rostocker aber weiterhin protestieren, bis sich der nichthinnehmbare, krank machende und gefährliche Zustand ändert. Kommenden Mittwoch stehen sie wieder am Straßenrand und zeigen ihren Protest den Lasterfahrern in der Hoffnung, dass sie vernünftig werden.