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Wasserspringen „Weiche Knie habe ich nicht bekommen“

Von Bernd-Dieter Herold | 26.06.2019, 20:07 Uhr

Carlos Alexandru Taranu (Wasserspringerclub Rostock) berichtet, wie er B-Jugend-Europameister vom Ein-Meter-Brett wurde.

Mit einer eindrucksvollen Steigerung im Finale hat Carlos Alexandru Taranu vom Wasserspringerclub Rostock bei den Jugend-Europameisterschaften in Kasan Gold vom Ein-Meter-Brett gewonnen. In der neuen Saison von der B- in die A-Jugend wechselnd, will er dort angreifen und Fortschritte auch vom „Dreier“ erzielen. Mit dem Schützling von Trainer Michail Sachiasvili sprach NNN-Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold.

Carlos, Hand aufs Herz. Hattest du insgeheim von Gold geträumt?

Um das zu realisieren, musste natürlich alles passen. Bei der Mini-WM in Dresden war ich hinter dem Italiener Stefano Belotti Zweiter. Das gab Selbstvertrauen für die sich als sehr stark herausstellende Konkurrenz in Kasan. Ich bin froh, dass es trotz ein paar in der Pflicht beim Delfin vergebener Punkte geklappt hat.

Anscheinend hast du ein gutes Nervenkostüm, denn im ersten Final-Kürsprung kam der Zweieinhalb Vorwärts gehechtet nicht in gewünschter Qualität...

Herr Sachiasvili steht hinter seinen Aktiven und natürlich auch hinter mir und sagte nur kurz: „Konzentriere dich, mach dein Ding.“ Ab da konnte ich die restlichen drei Durchgänge sicher und zu seiner Zufriedenheit ins Wasser stellen. Herr Sachiasvili war anschließend genau wie ich happy. Das ganze Team lief auf mich zu und gratulierte!

Stefano Belotti setzte seinen Auerbach nicht richtig ins Wasser...

Das habe ich gar nicht so richtig mitbekommen, denn ich war als Nächster dran, und die Konzentrationsphase lief. Ich wollte nur meinen Eineinhalb Auerbach gehechtet optimal reinbringen. Das hat geklappt, und auf einmal lag ich vor dem letzten Durchgang mit 15,10 Punkten vorn.

Hattest du keinen Bammel vor der abschließenden Auerbach-Schraube?

Natürlich wusste ich, dass ich vor einer großen Chance stehe. Weiche Knie habe ich aber nicht bekommen. Ich merke schon, wie ich immer ins Wasser reinkomme. Als ich auftauchte, den Jubel vom Team Germany hörte und die Noten sah, war ich nur glücklich.

Deine Vereinskameradinnen Jette Müller und Thalea Paschel wurden nur Achte im Synchron. Hattest du da sehr mitgelitten?

Natürlich habe ich die Daumen gedrückt und ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Eine weitere Medaille wäre natürlich die Krönung gewesen. Es sollte diesmal noch nicht sein. Die Betonung liegt aber auf noch.

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