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Kritik von FDP und Hochschulen CDU hält an Diplom fest

Von dpa | 12.12.2010, 10:39 Uhr

Ungeachtet der heftigen Kritik aus der Wirtschaft hält die CDU Mecklenburg-Vorpommern an der geplanten Wiedereinführung des Diplom-Abschlusses fest.

Ungeachtet der heftigen Kritik aus der Wirtschaft hält die CDU Mecklenburg-Vorpommern an der geplanten Wiedereinführung des Diplom-Abschlusses fest. "Der Diplom-Ingenieur war ein Exportschlager", sagte Generalsekretär Vincent Kokert am Sonnabend nach einer Vorstandssitzung in Sparow (Müritzkreis). Zahlreiche positiven Reaktionen aus ganz Deutschland bestärkten die Partei darin, es den Hochschulen wie geplant freizustellen, ob sie auf Antrag statt des europäischen Bachelor- oder Master-Titels wieder das Diplom vergeben. Dies könne sich auch zu einem Standortvorteil für das Land entwickeln, sagte Kokert.

Der Chef der FDP-Landtagsfraktion, Michael Roolf, forderte, den Hochschulgesetz-Entwurf angesichts des Ärgers bei Arbeitgebern und Gewerkschaften zu ändern. Die Studierenden sollten nicht die Möglichkeit haben, sich wahlweise einen "Master" oder "Diplom"-Titel bescheinigen zu lassen. Sie sollten lediglich auf Wunsch eine Bescheinigung bekommen, wonach der Master gleichwertig mit dem Diplom sei. Der Gesetzentwurf, den der Landtag am Mittwoch verabschieden soll, werde zu Recht kritisiert. Die Landesregierung vollziehe eine "komplette Rückwärtsrolle im Bologna-Prozess", so Roolf. Im Rahmen des Bologna-Prozesses sollen europaweit gültige Hochschulstandards geschaffen werden. Kokert räumte ein, dass auch in seiner Partei die Frage gestellt werde, "ob wir aus der Reihe tanzen sollen". Man sei aber mehrheitlich der Auffassung, dass der Weg zur Wahlmöglichkeit richtig sei.

Der Landesverband der Fachhochschulen hatte sich am Freitag auf die Seite der Kritiker des Gesetzentwurfs gestellt. "Diesen hochschulpolitischen Alleingang darf man nicht so übers Knie brechen", sagte Verbandssprecher Micha Teuscher.