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Oberlandesgericht Rostock Chance auf mehr Schadenersatz für junges Unfallopfer

Von Iris Leithold | 25.10.2019, 14:05 Uhr

Als 16-Jährige war die Klägerin zu einem 21-Jährigen ins Auto gestiegen, der mit überhöhter Geschwindigkeit einen schweren Unfall verursachte.

Ein junges Unfallopfer darf nach einem Grundurteil des Oberlandesgerichts Rostock auf mehr Schadenersatz und Schmerzensgeld hoffen als ihm zunächst zugesprochen worden ist. Als 16-Jährige war die Klägerin zu einem 21-Jährigen ins Auto gestiegen, der mit überhöhter Geschwindigkeit einen schweren Unfall verursachte, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Das Mädchen auf der Rückbank war nicht angeschnallt und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie seitdem schwerbehindert ist.

Schmerzensgeld war zu gering

Das Schmerzensgeld der Haftpflichtversicherung des Fahrers in Höhe von 30 000 Euro war der jungen Frau zu gering. Sie fordert den Angaben zufolge ein weiteres Schmerzensgeld von mindestens 320 000 Euro, eine monatliche Schmerzensgeldrente von 500 Euro und den Ersatz ihres Verdienstausfalls. Das Landgericht Rostock hatte ihre Forderung mit dem Hinweis abgewiesen, dass sie nicht angeschnallt gewesen sei und bei Anlegen des Sicherheitsgurtes einen wesentlichen Teil der Verletzungen nicht erlitten hätte.

Das Oberlandesgericht entschied jetzt in einem Grundurteil hingegen, dass die Ansprüche der jungen Frau zu zwei Drittel berechtigt sind und ihre Mitverursachung bei einem Drittel liege. Der Anteil des Unfallverursachers, der die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 25 Prozent überschritten und eine Kurve geschnitten habe, überwiege deutlich. Durch das Grundurteil besteht laut Oberlandesgericht nun die Möglichkeit, eine Überprüfung durch den Bundesgerichtshof herbeizuführen.