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Rostock Chancen auch für Häfen

Von rfra | 03.02.2010, 01:57 Uhr

Im Rostocker Seehafen wird der Frachter "Normed Amsterdam" mit Nordex-Windkraftanlagen für die Türkei beladen.

"Noch haben wir allerdings mit den Lukendeckeln einige Probleme", merkt Andreas Petzold, Cheflogistiker bei Nordex, an. Er referierte gestern bei der IHK auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft und des Ostseeinstitutes für Marketing, Verkehr und Tourismus mit Prof. Jürgen Lüsch, Geschäftsführer Baltic Marine Consult, zum Thema "Windkraftlogistik - Herausforderungen und Chancen für den Seeverkehr". Prof. Karl-Heinz Breitz mann nennt eingangs, dass Deutschland bei der Einführung der Windkrafttechnologie eine Vorreiterrolle gespielt hat und mit Dänemark zusammen auch weiterhin spielt, wenn auch die USA inzwischen die Spitze einnimmt.

In der Türkei bestückt Nordex einen Windpark mit 36 Anlagen. Über Rostock werden vornehmlich die Maschinenhäuser verschifft. Über Stettin gehen wiederum verstärkt Flügel für dänische Produzenten. Esbjerg, Aarhus, Emden und Rostock, aber auch Kolding, Brundsbüttel, Brake und Nordenhamn sind wichtige Standorte im Spektrum der Lieferhäfen der Windmühlen-Hersteller. Petzold nennt die gestellten Anforderungen, verdeutlicht, dass Türme und Fundamente zunehmend durch lokale Unternehmen in Standortnähe gefertigt werden. Nach China werden so keine Maschinenhäuser mehr verschifft, in einem Jahr wird das auch via USA durch den Aufbau entsprechender Kapazitäten nicht mehr nötig sein.

Bei Nordex werden insbesondere 2,3 bis 2,5-MW-Anlagen gefertigt. 80 Prozent sind für den Export bestimmt. Der Rotordurchmesser beträgt 80 bis 100 Meter, die Nabenhöhe 60 bis 140 Meter, was die Anforderungen an die Verschiffungen verdeutlicht. Die Hälfte der Mitarbeiter von Nor dex ist in Rostock beschäftigt. Durch die Einführung der Fließfertigung wird bereits in den alten DMR-Hallen der doppelte Durchsatz möglich.

Im Off-Shore-Bereich ist Nordex noch nicht tätig, wenn einmal von der Testanlage auf dem Breitling abgesehen wird. Wie Häfen sich in dieses Aufgabenfeld eintakten wollen, verdeutlicht der Planer Prof. Jürgen Lüsch. Zu den Aufgaben gehören auch hier Verschiffungen, bei Off-Shore kommen als weitere Komponente auch die Fundamente hinzu, auf deren Verschiffung sich Cuxhaven Steel Constructions spezialisiert hat. Lüsch stellt weitere Planungen von Nordseehäfen vor. So wächst in südöstlicher Erweiterung des einstigen Fischereihafens in Bremerhaven ein spezieller Off-Shore-Bereich. Die Montage erfolgt mit Spezialschiffen und mit Hubinseln, der Service mit Schiffen der SWATH-Technologie adäquat der Lotsenversetzdienste. Herkömmliche Schiffskräne helfen allerdings bei notwendigen Reparaturen tonnenschwerer Teile wenig. Noch seien manche Fragen offen, einige Entwicklungsgebiete unscharf, offenbart Lüsch. Die Zukunft aber hat begonnen. Liebherr-Werkleiter Thomas Müller berichtet am Rande von Planungen eines 1500-Tonnen-Krans für Beluga-Shipping.