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Trotz bundesweiter Regelung Corona-Schnelltests bleiben für Rostocker vorerst kostenfrei

Von Aline Farbacher | 09.10.2021, 07:00 Uhr

Ab Montag müssen nicht vollständig Geimpfte und Ungeimpfte für eine Testung auf das Coronavirus in den Testzentren bezahlen. In der Hansestadt wird mit der Durchsetzung aber noch gewartet.

Wer seine zweite Impfung gegen das Coronavirus noch nicht erhalten hat oder ungeimpft ist und einen Schnelltest benötigt, muss diesen ab Montag, 11. Oktober, selbst zahlen. Ebenso Menschen, die sich trotz zweifacher Impfung freiwillig testen lassen wollen, ohne einen Verdacht, sich das Virus eingefangen zu haben. Wie teuer ein Schnelltest sein wird, gestaltet sich jedoch unterschiedlich.

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Denn, wie Frank Holle, Geschäftsführer der Bürgertest Rostock GbR, am Freitag mitteilte, sollen erst am 25. Oktober genaue Durchführungsbestimmungen der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV), mit der die Testzentren abrechnen, veröffentlicht werden. Vorerst jedoch müssen Hansestädter für einen Test nicht tief in die Tasche greifen. „Wir haben noch keine Festlegung getroffen, da wir ab Montag noch nicht gegen Geld testen werden“, sagte Holle.

Auslastung in den Testzentren aktuell sehr niedrig

Allerdings ist die Nachfrage für Schnelltests rapide gesunken, so Holle. Lediglich drei Testzentren – am Neuen Markt, im Hansecenter in Bentwisch und im Ostseepark Sieverhagen – werden in Rostock noch betrieben. Das am Kröpeliner Tor Center (KTC) wurde erst am Donnerstag abgebaut, so Holle. „Am Neuen Markt, welches täglich geöffnet hat, kommen wir mit zwei Personen, die testen, locker hin“, sagte Holle.

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Dennoch werde er die Testzentren so lange offen lassen, wie sie benötigt werden. Zudem hat sich sein Unternehmen nach dem Vergabeverfahren der Hansestadt verpflichtet, Testmöglichkeiten bereitzuhalten. Ob sich derzeit hauptsächlich Ungeimpfte testet lassen, sei nicht zu beantworten, so Holle. Denn erst ab Montag müsste erfasst werden, wer sich dann noch kostenfrei testen lassen darf.

Mehr Informationen:
  • Folgende Personengruppen erhalten weiterhin einen kostenfreien Corona-Schnelltest:
  • Kinder und Jugendliche unter 18 JahrenKinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Zwar besteht für diese Personen seit August/September 2021 eine generelle Impfempfehlung der ständigen Impfkommission. Um diesen Personen ausreichend Zeit zu gewähren, sich über die bestehenden Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, haben sie bis Ende des Jahres weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Testung.
  • SchwangereDas gilt insbesondere bei einer Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel, da die Ständige Impfkommission für diesen Zeitraum bislang keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen hat. Vorgezeigt werden müssen entweder der Mutterpass oder eine ärztliche Bestätigung.
  • Personen, die sich nicht impfen lassen könnenPersonen, die aufgrund von Vorerkrankungen nicht geimpft werden können. Die ärztliche Bestätigung muss vorgezeigt werden.
  • Vermeidlich an Covid-19 erkrankte MenschenPersonen, die über ihre Corona Warn App als erhöhtes Risiko identifiziert oder vom Gesundheitsamt als Kontaktperson ermittelt wurden.

Grund für die niedrige Nachfrage ist, dass die Corona-Ampel in Rostock aktuell auf Grün steht. Bedeutet, dass in fast allen Bereichen eine Testpflicht entfällt.

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Zudem sind zunehmend mehr Menschen vollständig geimpft, so Holle. In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Stand vom 8. Oktober aktuell 63,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Die Anzahl der in Rostock durchgeführten Impfungen, die zu einem vollständigen Schutz führen, beträgt laut Angaben der Stadt mit Stand vom 7. Oktober 133.302. „Daraus lässt sich nicht unbedingt eine Impfquote ablesen, da es sich um in Rostock durchgeführte Impfungen und nicht um Impfungen von Rostockern handelt“, sagte Rathaussprecherin Kerstin Kanaa.

Außerdem wird in der Hansestadt auf Hochtouren geimpft. Beispielsweise wurden im September 2398 mobile Impfungen durchgeführt, heißt es aus dem Rathaus. Hinzu kommen die Impfungen bei Hausärzten.Tests werden in Warnemünde kostenpflichtig

Auch in den Testzentren in Warnemünde und Markgrafenheide hat die Nachfrage in den vergangenen Wochen abgenommen, sagte Dietmar Vogel, Geschäftsführer der betreibenden Rostock Testzentrum GbR. „In Markgrafenheide haben wir teilweise nur vier bis fünf Testungen am Tag“, nannte Vogel ein Beispiel. Anders als in Rostock ist in den Testzentren in Warnemünde jedoch deutlich zu merken, dass derzeit Herbstferien sind und auch durch die Kreuzfahrtschiffe kommen Urlauber ins Ostseebad, die Schnelltests benötigen, so Vogel.

Mehr Informationen:
  • Testzentren, betrieben von Bürgerschnelltest Rostock:
  • Rostock, Neuer Markttäglich: 9 bis 18 Uhr
  • Ostseepark Sievershagen
  • Hansecenter BentwischIn den Testzentren der Rostock Testzentrum GbR in den Ostseebädern:
  • Testzentrum Kirchenplatz W1
    Der Kirchenplatz ist ab sofort die Hauptstelle mit folgenden Zeiten:
    täglich: 9 bis 12.30 Uhr sowie 15 bis 20 Uhr
  • Testzentrum Leuchtturmvorplatz W2
    Die Öffnungszeiten sind täglich von 13 bis 17.30 Uhr
  • Testzentrum Markgrafenheide
    Die Öffnungszeiten bis 10. Oktober: 10 bis 13 Uhr sowie 14 bis 18 UhrAb dem 11. Oktober: täglich, 12 bis 17.30 Uhr

„Wir beobachten das jetzt erst mal“, so Vogel. Genau wie Holle will allerdings auch Vogel seine Testzentren vorerst nicht alle schließen – egal wie niedrig die Nachfrage ist.

Allerdings wird ein Schnelltest in den von seiner GbR betriebenen Testzentren in Markgrafenheide und am Kirchenplatz sowie am Leuchtturmvorplatz ab Montag 15 Euro kosten. „Aufgrund der geringen Anzahl an Testungen derzeit müssten wir eigentlich 25 Euro nehmen, aber wer zahlt denn so viel“, so Vogel.

Er ist sich jedoch sicher, dass die Kosten für einen Schnelltest je nach Betreiber künftig variieren werden. Denn nach aktuellem Stad sei es den Betreibern überlassen, wie viel Geld sie für einen Test nehmen.