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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rudern Größtes Drama, das wir bei diesem Rennen je erlebten

Von dpa | 08.09.2019, 19:21 Uhr

Beim Sieg des Deutschland-Achters auf dem Nord-Ostsee-Kanal sorgen zwei völlig entkräftete Ruderer für bange Minuten.

Der sportliche Erfolg des Deutschland-Achters wurde zur Nebensache. Mit sorgenvoller Miene verfolgte Trainer Uwe Bender beim internationalen Rennen auf dem Nord-Ostsee-Kanal das hektische Geschehen. Noch auf dem Wasser mussten Christopher Reinhardt (Dorsten) und der niederländische Ruderer Jacob van de Kerkhof medizinisch versorgt werden. Kaum an Land, ging es für die dem Kollaps nahen Sportler auf direktem Weg in ein Krankenhaus. „Das war das größte Drama, das wir bei diesem Rennen jemals erlebt haben. Das macht mich sprachlos“, kommentierte der sichtlich mitgenommene Bender.

Schon weit vor dem Ziel kämpfte Reinhardt mit Kreislaufproblemen, setzte zwischenzeitlich mit dem Rudern aus und lag phasenweise auf seinem Rollsitz. Das nutzten die Niederländer zu einem Führungswechsel, mussten aber wenig später ebenfalls dem hohen Tempo Tribut zollen. Trotz der dramatischen Vorfälle setzten beide Teams das Rennen fort. Dass seine Crew im Ziel zwei Bootslängen vorn lag, „war für mich völlig nebensächlich. Beide Achter sind weit über das Limit hinausgegangen. Es war schlimm, so hilflos im Ziel zu stehen und das mitansehen zu müssen“, so Bender. Erst Minuten später gab es Entwarnung. „Es besteht keine Gefahr. Beide sind stabil“, hieß es in einer Erklärung des Veranstalters.

Anders als seine Mitstreiter aus dem deutschen Boot, das eine Woche vorher ebenfalls vor Holland Weltmeister wurde, war Reinhardt erstmals auf der 12,7 km langen Strecke zwischen Breiholz und Rendsburg dabei. Großbritannien und die USA belegten weit abgeschlagen die Ränge drei und vier.