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Begabung Das ist Rostocks Mathe-Champion

Von nicp | 21.07.2018, 05:00 Uhr

Schüler Jonas Walter gewinnt Goldmedaille bei Internationaler Olympiade in Rumänien.

„Mathe-Talent“, bei dem Ausdruck zuckt Jonas Walter ein klein wenig zusammen. Dabei hat der 17-jährige Schüler des Käthe-Kollwitz-Gynasiums mit seiner Begabung für die Wissenschaft gerade Gold geholt – bei der 59. Internationalen Mathe-Olympiade vom 3. bis 14. Juli in Cluj-Napoca, Rumänien. Jonas schloss als bester deutscher Jugendlicher ab und belegte weltweit den sechsten Platz – und das bei 597 Teilnehmern aus 107 Ländern.

„Der Wettbewerb entscheidet nicht über die absolute Reihenfolge der Teilnehmer“, schränkt Jonas bescheiden ein, „ich hatte Glück mit den Aufgaben“. Doch mit Glück scheint das gar nicht so viel zu tun zu haben. Im Kindergarten rechnet Jonas Aufgaben für Grundschüler durch, in der vierten Klasse nimmt er an der ersten Mathe-Olympiade teil, übt begeistert und streicht Erfolge ein. Sein Talent erkennen und fördern seine Eltern, beide Ärzte, die früher selbst an Regionalwettbewerben teilgenommen haben, erzählt Jonas. Sein Vater habe mit ihm und den Geschwistern geometrische Konstruktionen behandelt.

Über den Schulstoff ist der 17-Jährige heute längst hinaus. „In der Schule rechnet man nur mit vorgegebenen Formeln, es geht weniger ums Beweisen, obwohl das die Haupttätigkeit in der Mathematik ist“, sagt Jonas. Seit er 14 Jahre alt ist, arbeitet er mit Prof. Jan-Christoph Schlage-Puchta von der Universität Rostock. Seine Mutter und sein Vater hatten den Kontakt zur Universität gesucht. Beim Professor kann er sich mit Themen beschäftigen, die ihn interessieren, bekommt Stoff, den sonst Studenten bearbeiten, wird gefördert. Im letzten Jahr trat Jonas Walter das erste Mal bei der Internationalen Mathe-Olympiade – damals in Rio de Janeiro – an.

Für dieses Jahr musste er es dennoch erneut erst in die Vorauswahl schaffen, beim Bundeswettbewerb Mathematik und der Bundes-Mathe-Olympiade erste Preise gewinnen, Auswahlklausuren bestehen, Seminare absolvieren und weitere Klausuren. Als einer der sechs besten deutschen Jugendlichen fuhr der Rostocker nach Rumänien und kam mit dem weltweit sechsten Platz zurück. Für Jonas ist der Wettbewerb aber nicht zuletzt auch ein Gewinn, weil er auf andere Jugendliche trifft, die seine Leidenschaft teilen, dieses Jahr auf Jungen aus Frankreich, Dänemark und Israel.

An Mathematik begeistert Jonas, dass „prinzipiell alles aufeinander aufbaut, dass man Dinge kreativ herleiten kann“, erklärt er. Im Frühling will er sich für die Universität in Bonn bewerben, weil sie eine der renommiertesten Unis sei und auch international bei der Forschung gut dastehe. Die ist es auch, die Jonas beruflich interessiert. Sein liebster Bereich ist die Geometrie. In seiner Freizeit spielt er außerdem klassische Gitarre, begeistert sich für Bach.