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Ex-Güterbahnhof Das wollen die Anwohner

Von tohi | 20.03.2015, 12:00 Uhr

Verwaltung erstellt Rahmenplan für das rund 15,5 Hektar große Sanierungsgebiet südlich der Ernst-Barlach-Straße

Parken, Bäume, Verkehrsberuhigung und die Rückkehr der Fußgängerbrücke zwischen Neuer Bleicherstraße und Mühlendamm – diese Themen haben gestern die Diskussion bei der ersten Einwohnerversammlung für das Gebiet am ehemaligen Güterbahnhof bestimmt. Rund 100 Rostocker kamen zu der Veranstaltung in der Jenaplanschule, um die Gestaltung in den kommenden zehn Jahren mitzubestimmen. „Das ist jetzt die Stunde Null“, sagt Ortsamtsleiterin Stephanie Bornstein.

Ziel der Verwaltung ist es, einen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet zwischen Ernst-Barlach-, Richard-Wagner- und Ferdinandstraße sowie dem Mühlendamm auszuarbeiten. Eigene Vorschläge machten die Vertreter von Stadtplanungsamt und Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) gestern nicht – die Einwohner sollten komplett freie Hand haben. „Hauptsächlich interessiert uns die Parksituation“, sagen Robby Engelmann (33) und Stefanie Kösling (27), die seit Kurzem in der Neuen Bleicherstraße wohnen. Schon jetzt seien häufig die Fußgängerwege zugestellt. „Wenn die restlichen Häuser im Gebiet dazukommen, verschärft sich das Problem noch“, sagt Kösling.

Auch Inka Doberenz aus der Bahnhofstraße kennt diese Parkplatznöte: „Das ist ein drängendes Thema.“ Die 48-Jährige sorgt sich darüber hinaus aber auch um die Sicherheit der Kinder, die morgens von ihren Eltern an der Ecke Ferdinand- und Bahnhofstraße zum Kindergarten gebracht werden. Dort befürwortet sie einen Zebrastreifen als günstige Lösung. Die bestehende Einbahnstraßenregelung solle beibehalten, die vor Jahren abgerissene Fußgängerbrücke über die Warnow wiedererrichtet werden. Dieses Anliegen teilt sie mit dem Ortsbeiratsvorsitzenden von Stadtmitte, Werner Simowitsch (Linke). Er fordert zudem die Konzentration auf Wohnbebauung in der Bleicherstraße und eine möglichst schnelle Entscheidung zur Zukunft der Polizeiwache Blücherstraße.

Martin Plant, Leiter der Jenaplanschule mit mehr als 400 Kindern, würde seine Einrichtung gerne erweitern: „Wir platzen aus allen Nähten, in dieses Gebiet ziehen viele junge Familien.“ Unterstützung für sein Vorhaben kommt von Alexandra Wolff vom Jugend-Alternativ-Zentrum (Jaz) nebenan. Sie sagt: „Am liebsten hätten wir auf der Fläche hinter uns die Schule.“ Beide würden schon jetzt eng zusammenarbeiten, den Kindern fehle derzeit ausreichend Platz zum spielen. Und, so Wolff: „Bei einer Wohnbebauung wäre Ärger vorprogrammiert.“