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Hohe Düne Dem Heiratsantrag folgt ein klares Ja

Von Sabine Schubert | 25.10.2011, 08:03 Uhr

Zum Ende der fast einjährigen Friedensmission vor der libanesischen Mittelmeer- Küste wurde des Marine-Schnellboot "Hyäne" am Dienstag auch noch zum Überbringer einer ganz persönlichen Liebesbotschaft.

Beim Einlaufen in den Heimathafen Rostock-Warnemünde prangte ein Heiratsantrag mit roten Herzen an der Seitenwand des Bootes: "Stephi - Willst du mich heiraten". Der 26-jährige Unteroffizier Ronny Loßmann machte damit seiner zwei Jahre jüngeren Freundin Stephanie einen Antrag. Die bedankte sich für die besondere "Liebes-Bootschaft" mit einem Kuss.Das junge Paar will nun im thüringischen Jena heiraten. Mit Ronny Loßmann waren etwa 70 weitere Besatzungsmitglieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Appetit auf Kartoffelbrei und Fischstäbchen

Der eisige Wind und Temperaturen im einstelligen Bereich hinderten hunderte Frauen, Männer und Kinder aus vielen Ecken Deutschlands gestern nicht daran, sich im Marinestützpunkt auf der Hohen Düne einzufinden. Sie wollten dabei sein, wenn ihre Freunde, Verlobten, Ehemänner, Söhne, Töchter und Enkel endlich wieder heimatlichen Boden betreten. Gespannt schauten sie den beiden Schnellbooten "Zobel" und "Hyäne" entgegen, als diese gegen 13.45 Uhr aus dem Seekanal kommend vom Breitling her Kurs auf den Marinehafen nahmen. "Mein Freund Julian war zweieinhalb Monate weg. Es war sein erster Einsatz auf einem Schnellboot", sagt Pia Schindler, die mit ihrer Familie die sechs Stunden Fahrzeit von Mönchengladbach an die Ostsee gern auf sich genommen hat. "Da er noch nicht gleich nach Hause kann, werde ich ein paar Tage hier bleiben", sagt sie.

Aus Siegen kommt Familie Bäcker. "Unser Jan ist am 16. Mai los, kommt nun nach fünfeinhalb Monaten gesund zurück. Und dafür sind wir sehr dankbar", sagt Mutter Karen Bäcker. Vier Tage wird der Sohn mit nach Siegen fahren, bevor es wieder an Bord geht. Zuvor aber, so die Mutter, wolle man den jungen Soldaten zu Hause ein bisschen verwöhnen. "Ich würde ihm alle kulinarischen Wünsche erfüllen. Aber er freut sich auf Kartoffelbrei und Fischstäbchen", sagt Karen Bäcker, die mit ihrer Familie bereits am Montag angereist ist. Mit dabei auch Oma Hilde, die die siebenstündige Fahrt mit ihren 81 Jahren bestens überstanden hat. "Mein Enkel war schon als kleiner Junge oft bei mir. Das verbindet", sagt die rüstige Seniorin, die erstmals in Rostock ist. Willkommen geheißen wurde Oberbootsmann Jan auch von Freundin Steffi, einem Rostocker Mädel, das er in einem Club an der Warnow kennengelernt hat.

Inzwischen haben die beiden Schnellboote angelegt. Das Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern hat aufgespielt und der Kommandeur des 7. Schnellbootgeschwaders, Fregattenkapitän Christian Walter Meyer, die insgesamt 72 Besatzungsmitglieder willkommen geheißen. Er lobte den Einsatz vor der libanesischen Küste als Gemeinschaftswerk und erinnerte daran, dass die Deutsche Marine die Interimstruppe der Vereinten Nationen (Unifil), die er als Stabilitätsanker bezeichnete, im Libanon seit 2006 begleitet. Das Mandat des Bundestages endet am 30. Juni 2012. Die "Hyäne" nahm seit November 2010 an der Unifil-Mission teil, die "Zobel" seit Januar 2011.

Im Meer vor dem Libanon legten die Boote auf ihren Patrouillen rund 50 000 beziehungsweise 42 000 Seemeilen zurück. Im Laufe des Einsatzes wurde die Besatzung mehrfach gewechselt, um die Belastungen für den Einzelnen zu verringern. Die Soldaten haben der Ausbildung der libanesischen Marine und bei der Überwachung der libanesischen Küste geholfen, um den Waffenschmuggel in den Libanon zu unterbinden.