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Rostock Dem Wissen auf der Spur

Von Sophie Pawelke /Dana Bethkenhagen | 29.04.2010, 10:36 Uhr

Zur siebten Langen Nacht der Wissenschaften stand den Besuchern wieder eine Mischung aus Spannung, Neugier und Ekel in die Gesichter geschrieben.

Zu einem der beliebtesten Anlaufpunkte gehörte wie jedes Jahr das Institut für Anatomie am Gertrudenplatz. Institutsdirektor Professor Andreas Wree demonstrierte anhand von Präparaten die Anatomie des Menschen. Doch der süßliche Geruch und die Nähe zu den menschlichen Organen mache einigen zu schaffen.

Insgesamt waren 50 wissenschaftliche Einrichtungen dabei. Die Professoren stellten rund 5500 Besuchern ihre Forschungsarbeit vor. Die Universität Rostock nahm dabei eine zentrale Position ein. Fast alle Fakultäten steuerten einen Beitrag zur Wissenschaftsnacht bei und bewiesen, über welche Schätze sie verfügen.

Dazu zählen auch die Originalhandschriften des Philosophen Immanuel Kant. Prof. Karl-Heinz Jügelt vom Uni-Archiv hat täglich mit solchen Raritäten zu tun und bedauert es sehr, dass nur die Wenigsten einen Blick darauf werfen können. "Es wäre für alle Forschungseinrichtungen förderlich, die vorliegenden Dokumente zu digitalisieren und im Internet zur Verfügung zu stellen", sagt Jügelt. Er wies in diesem Zusammenhang auch auf das Kant-Archiv in Marburg hin, das diesen Schritt schon gegangen ist.
Für die Besucher in der Uni-Bibliothek im Michaeliskloster war der Einblick in die Originalschriften von Kant eine große Bereicherung. Der Besucherandrang war so groß, dass nicht jeder einen Platz zum Vortrag fand. Die Besucherin Steffi Sachs sagt: „Es ist beeindruckend, wie schön Kants Handschrift ist.“
Währenddessen zischte und knallte es am Innerstädtischen Gymnasium (ISG). Bei einem Schauvortrag konnten Physik-Begeisterte anhand von zwölf Experimenten die bunte Welt der Naturwissenschaft kennen lernen und einiges selbst ausprobieren. So wurde mit Hilfe von Wasser ein Laserstrahl gebrochen oder eine sprudelnde Cola-Fontäne erzeugt. „Es ist toll zu zeigen, dass Physik Spaß machen kann“, erzählte die Abiturientin Ann-Katrin Köhn, während sie Jonas Mier in das Reich der Optik einführte.

Die Wissenschaft wurde lebendig und greifbar, auch in der „Otto Körner Klinik“ für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde, die zum Hör-Test und anschließender Experten-Auswertung einlud.

Nachdem der Wissenshunger gestillt war, lockte eine beeindruckende Laser-Show zum Institut für Physik. In der anschließenden „After-Science-Party“ im Cinestar Capitol fand die siebte Lange Nacht der Wissenschaften ihren Ausklang. Auch im kommenden Jahr werden wieder „Mitwisser“ gesucht.