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Rostock Denkstein für NS-Opfer gelegt

Von AENG | 30.06.2018, 16:00 Uhr

Rövershäger und rumänische Schüler erinnern an das Schicksal von Inge Hochfelsen.

Der Nationalsozialismus hat Millionen Menschenleben gefordert – darunter auch tausende aus der Hansestadt. Die in Galizien geborene und in Rostock lebende Inge Hochfelsen wurde ebenfalls Opfer des vernichtenden Regimes. Ihr zu Gedenken weihten am Freitag Schüler der Europaschule Rövershagen und Rumäniens einen Denkstein mit Rosen und einer Schweigeminute in der Östlichen Altstadt ein. „Das Schicksal von Inge Hochfelsen ist ungewiss und es ist das erste Mal, dass wir in so einem Fall einen Denkstein setzen. Dank der Spende der Europaschule, konnten wir den 56. Denkstein in Rostock und Warnemünde legen lassen“, sagt Hella Ehlers vom Förderverein Max Samuel. Der Stein aus Messing liegt nun neben dem ihres im Tötungslager Bernburg ermordeten Mannes Samuel.

Die Schule aus Rövershagen erforscht seit 1999 die jüdische Geschichte und pflegt enge Kontakte mit Schulen aus ganz Europa. „Wir reisen regelmäßig mit den Teilnehmern. Seit 2011 haben wir eine Kooperation mit der Schule aus dem rumänischen Radautz, die gerade mit zehn Jugendlichen zu Besuch ist. Gemeinsam arbeiten wir an Projekten zur Geschichte“, erklärt Lehrerin Petra Klawitter. Derzeit nehmen zwölf Rövershäger Schüler an dem Projekt teil. „Wir möchten dazu anregen, sich mit der jüdischen Geschichte auseinanderzusetzen und etwas dafür zu tun“, so Klawitter.

Ehlers zeigte sich erfreut über das Interesse. „Wir sind erstaunt, wie viel Unterstützung wir bekommen, sowohl von Schülern als auch von der Stadt.“ Am 19. Juli wird in der Langen Straße ein Stein für Julius David eingeweiht.