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Grüne Oase Der Zauber der wilden Stauden

Von Kindlera | 08.06.2018, 21:00 Uhr

Passionierter Hobbybotaniker Jochen Wegner öffnet am Wochenende, 9./10. Juni, seine grüne Oase für Besucher zur Aktion Offene Gärten.

Mit leichten Sorgenfalten auf der Stirn blickt Jochen Wegner auf die Pflanzen, die ihre grünen Blätter etwas hängen lassen. Die Trockenheit und Wärme der vergangenen Wochen hat auch ihnen zu schaffen gemacht. Dennoch hofft der 72-Jährige, dass sie sich bis zum Wochenende erholen. Denn dann öffnet er zusammen mit seiner Frau Gabi seinen Garten Am Schlossteich 2 wieder für Besucher. Seit der ersten Auflage der Aktion Offene Gärten vor etwa zehn Jahren ist der passionierte Botaniker mit dabei. Am Sonnabend und Sonntag können Besucher entdecken, wofür sich Wegner seit fast 40 Jahren begeistert. Auf seinem Gehöft rund um das 200 Jahre alte Bauernhaus aus dem Jahr 1818 hat sich der 72-Jährige seinen Traum von einem naturnahen Staudengarten geschaffen. „Hier ist es anders als in anderen Gärten, hier ist es nicht auf bunte Blüten ausgelegt“, erklärt Jochen Wegner. In seinem rund 1000 Quadratmeter großen Garten wachsen etwa 500 verschiedene Wildstaudenarten, „reine Arten, wie sie in der Natur vorkommen“, erklärt er. Und das nicht nur aus heimischen Gefilden, sondern auch aus Amerika und Asien. Er erfreut sich vor allem auch an den verschiedensten Blattformen, die seine Pflanzen aufweisen.

Seinen Garten betreibt Jochen Wegner nachhaltig. „Ich dünge nicht und ich beregne nicht“, verrät der 72-Jährige, der bis zu seiner Pensionierung in der Tierzucht am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf tätig war und auch ein Buch über Wildstauden geschrieben hat. Dennoch müsse er ständig eingreifen. „Manche sagen, das ist fast schon wissenschaftlich.“ Und so widmet er sich fast jede freie Minute seinen Pflanzen. Mäht den Rasen, hält die Gänge frei, die durch seinen Garten verlaufen, entfernt die Brennnesseln und Disteln und schaut, welcher Standort der richtige für sie sein könnte. Mögen sie es eher schattig, sonnig oder am Teich? Dieser ist ebenfalls eine kleine Besonderheit. „Das ist ein Naturteich, ohne Folie.“ In und um ihn tummeln sich die verschiedensten Tiere. „Es gibt hier Frösche, Molche, Wasserkäfer, Blutegel, Libellen und ab und zu sieht man auch eine Ringelnatter“, zählt Wegner auf.

Besonders angetan haben es Wegner die Ligularia, die laut dem 72-Jährigen nur in seinem Garten so gut wachsen. Denn sie brauchen einen feuchten Grund. Über zehn verschiedene Arten können Besucher hier entdecken. Neben der Aktion Offene Gärten empfangen die Wegners auch nach Voranmeldung Besucher in ihrer grünen Oase, die dann auch die blaue Wieseniris bewundern können, Wegners Lieblingsblume. „Mein Cousin in der Schorfheide hat auch so einen Garten. Von ihm habe ich damals einen Grundstock an Pflanzen bekommen. Und die blaue Wieseniris hat mich nie verlassen“, verrät der passionierte Botaniker, der schon als Kind gern in den Wäldern des Erzgebirges – seiner alten Heimat – die Natur entdeckt hat. „Während andere zum Fußball gegangen sind, habe ich Frösche und Eidechsen beobachtet“, sagt er schmunzelnd. Daher sei auch der Wunsch entstanden, in seinem Garten die Natur so wieder zu erleben, wie er sie als Junge entdeckt hat. „Der schönste Moment ist, wenn man sieht, wie alles wächst. Man freut sich, dass man den richtigen Standort gefunden hat. Denn die Pflanzen zeigen einem sofort, wenn es der falsche ist“, verrät der 72-Jährige, dessen Garten bereits zum Schönsten Garten in Mecklenburg-Vorpommern gewählt wurde und zu den Schönsten Gärten und Parks in ganz Norddeutschland zählt.

Öffnungszeiten Garten Jochen Wegner, Am Schlossteich 2, in Groß Potrems: Sa/So 10 bis 18 Uhr; alle Teilnehmer: www.offene-gaerten-in-mv.de