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Rostock Der Zoo geht in den Endspurt für das Polarium

Von Nicole Pätzold-Glaß | 31.01.2018, 20:30 Uhr

Schon zwei Eisbären in der engeren Wahl. Bau liegt voll im Zeitplan. Richtfest am 4. Mai, Eröffnung im September. Aquaristik erweitert Konzept des neuen Zentrums

Zwei Eisbären in Aussicht, das Richtfest des Polariums auf den 4. Mai datiert und sehr gute Besucherzahlen trotz Bauarbeiten an der alten Bärenburg. Der Zoo ist zufrieden und zuversichtlich: „Wir haben ein sehr spannendes Jahr vor uns“, sagt Direktor Udo Nagel.

Die Zahlen

608 311 Besucher kamen 2017 in den Zoo. 16 248 Rostocker haben eine Jahreskarte. 8408 Menschen nahmen an Sonderführungen teil. Die Zoo-Schule verbucht 16 602 Schüler. Nächstes Jahr wird der Zoo 120. Geburtstag feiern, ein Jubiläum „als ältester Zoo an der deutschen Nord- und Ostseeküste“, so Nagel.

Die Bauarbeiten

Mit dem Polarium geht es gut voran. „Wir liegen tatsächlich in unserem Zeitplan“, sagt Nagel. Am 4. Mai soll die neue Heimstätte der Eisbären und Pinguine Richtfest feiern. Eröffnung ist für September geplant. Das Gebäude für die Pinguintechnik sowie der Rohbau des Pinguinbeckens und Kellergeschosses sind fertig. Am Besucherzentrum werden gerade Streifenfundamente für den Aquaristik-Bereich gesetzt. Die Arbeiten an Bruthöhlen und Ställen der Pinguine haben begonnen. Weiter gebaut wird auch im Café Tordalk. Vogelarten Mittel- und Südamerikas sollen dort unterkommen. Der Zoo-Verein hat mehr als 100 000 Euro in den Umbau investiert. Jetzt soll eine begehbare Außenvoliere für die Roten Ibisse gebaut werden.

Die Eisbären

Mit zwei Eisbären will der Zoo im Polarium starten – „einem Pärchen“, erklärt Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. Die Biologin hat das Internationale Eisbären-Zuchtbuch von der früheren Kuratorin Dr. Karin Linke übernommen. Die neuen Bären sollen aus der großen Community der Zoos kommen. Die Zuordnung erfolge „nach den strengen Richtlinien des Europäischen Verbandes der Zoos und Aquarien und des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms“, so Zimmermann. Bezahlt wird nur der Transport. „Wir haben auch schon zwei im Auge“, zwei und drei Jahre alt. Näheres dürfe sie nicht verraten, aber ein Tier sei mit Fiete verwandt. Ideal soll noch ein Weibchen folgen.

Die Aquaristik

Vier Aquarien und zwei Zylinder mit Fischen, einem Kraken, Seeanemonen, Langusten, Röhrenwürmern und Schwämmen ziehen ins Polarium. Im Darwineum werden Quallen für den neuen Kreisel gezüchtet. Mit dem Zentrum, damals noch gestützt von Wien und Berlin, hatte der Zoo überhaupt erst mit der Haltung begonnen. Jetzt züchtet er erfolgreich, führt 20 Arten. „Ich bin wahnsinnig stolz, dass meine Tierpfleger aus dem Stand diese Beletage erreicht haben“, sagt Nagel. Im Polarium soll ein Jellyfish-Planet stehen. „Nach und nach werden verschiedene Arten gezeigt, was man auf diesem Teil der Erde noch nicht gesehen hat“, sagt Thomas Holst, Abteilungsleiter Tierpflege. Sein Mitarbeiterstamm wird etwas anwachsen. Aktuell brillieren Ron Zblewski und vier Kollegen in der Aquaristik. Es sei eine sehr aufwändige Arbeit. „Ich mache viel nach Gefühl“, sagt Zblewski – mit Erfolg.

Der Nachwuchs

Die Tierpfleger erwarten sehr bald Nachwuchs bei Orang-Utan-Weibchen Dinda, bei Nachbarin Miri soll es Ende des Frühjahrs soweit sein. Optimistisch sind sie auch bei den Baumkängurus und Zwergflusspferden. Insgesamt werden dieses Jahr 80 bis 100 Jungtiere unter anderem bei den Wapitis, Wisenten, Trampeltieren, Pferdeantilopen sowie bei vielen Vogel- und kleineren Affenarten erwartet.