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Norddeutsche Neueste Nachrichten Des Vorspiels Ende

Von Philip Schroeder | 01.08.2009, 08:21 Uhr

Das Vorspiel ist vorbei, das Drama nimmt Fahrt auf: Schon durch die Ankündigung einer Kooperation mit Anklam hat Schwerins Intendant Joachim Kümmritz gezeigt, dass man das viel kritisierte Theaterkonzept der Landesregierung nahezu parodieren kann.

Jetzt warnt Kümmritz, im Herbst eventuell Insolvenz anmelden zu müssen. Der Intendant ist erfahren genug in den Winkelzügen der Politik, um zu wissen: Man droht nur mit etwas, was man auch zu tun bereit und in der Lage ist. Natürlich ist es immerhin etwas, dass Kultusminister Henry Tesch (CDU) die Theaterreform endlich überhaupt angepackt hat. Es hört sich auch gut an, die Zuschüsse zu "verstetigen". Man kann es aber auch "einfrieren" nennen und muss kein Experte sein, um zu wissen, dass mit steigenden Kosten dann regelmäßig Personal, Sparten und ganze Bühnen zur Disposition stehen werden. Nur: Gerade die Theaterlandschaft ist für ein Tourismusland kein Luxus, sondern notwendig. Die Intendanten und Theater-Träger werden weiter alle Tricks anwenden, um gerade ihre Häuser zu sichern. Das tun sie - völlig legitim - schon jetzt. Die gestern in Schwerin ausgemalten Katastrophen-Szenarien waren jedenfalls wirkungsvoll inszeniert. Ansonsten bietet sich, wie immer, Goethe an: Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!