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Ein Artikel der Redaktion NNN

Angekommen Die Polizei packt aus

Von Nicole Pätzold | 26.06.2015, 12:00 Uhr

Beamte ziehen nach und nach in das neue Zentrum in der Ulmenstraße. Detaillierte Planung und 1500 Kisten

Drei Bilder lehnen noch an den Wänden, eines mit einem roten Kutter. Achim Segebarth, Leiter des Kriminalkommissariats, hockt in seinem neuen Büro unter einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Der Rechner muss angeschlossen werden. Um ihn rum: Kabel und Umzugskartons. Der Chef packt selbst an – „natürlich“, sagt er. Der Kollege von gegenüber hilft mit.

Logistisch ist der Umzug der Polizei in das neue Zentrum in der Ulmenstraße bis ins Detail durchgeplant – von Tag zu Tag, Kiste zu Kiste. 1500 davon gibt es, die wiederverwendet werden. Durch die Flure, gesäumt von Kartons, laufen Beamte. Zum Umzug tragen viele Jeans und T-Shirt. Sie räumen ihre Büros ein, helfen Kollegen und sogar dem Umzugsunternehmen, Kartons aus den Lkw auszuladen.

„Damit es schneller geht, haben wir mit angepackt“, sagt Yvonne Hanske, Sprecherin der Polizei. Ihre Abteilung, die Führungsgruppe, ist schon letzten Freitag in den viergeschossigen Neubau, Haus B, gezogen, der mit Haus C, in dem Segebarth sitzt, verbunden ist. Wir haben um 7 Uhr angefangen, um 19 Uhr sind wir raus“, erinnert sich Kollegin Dörte Lembke. Seit Anfang Juni und bis September geht das so. Sukzessive ziehen Abteilungen in das neue Gebäudeensemble zwischen Ulmen-, Maßmann-, Hansa- und Waldemarstraße. Verwaltung, zum Teil das Kriminalkommissariat, das Hauptrevier und der Polizeiärztliche Dienst sind schon da. In der nächsten Woche ziehen noch weitere Kollegen des Kommissariats und die Kriminalpolizeiinspektion ein. Achim Segebarth fehlten gestern nur noch fünf Kisten zum Auspacken, vorwiegend Akten. Heute kann er schon wieder normal arbeiten. „Das ist wichtig für uns, dass es möglichst schnell geht“, sagt Lembke. Den Umzug hat der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften ausgeschrieben. Er baute das Zentrum seit August 2011 für 16,9 Millionen Euro. Manches machen nur Spezialisten der Polizei. „Die Waffenkammer ist mit uns umgezogen. Das muss unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden“, sagt Hanske. Gleiches gilt für die Technik, die auf das polizeiliche Intranet zugreift.

Bei Kerstin Lange ist der Rechner längst angeschlossen. Ihr Büro mit Blick auf die Hansastraße ist fertig, gut behütet hinter einer der 27-Dezibel-Schallschutztüren. Die Präventionsberaterin, die jeder als Erstklässler von der Verkehrserziehung kennt, saß vor dem Umbau nur ein Stück weiter auf dem Gelände – im „Hexenhaus“, einem kleinen Gebäude mit Spitzdach. „Mein Büro jetzt ist zwar kleiner, aber viel schöner.“ Übergangsweise war sie wie die anderen in der Blücherstraße. Die wird jetzt komplett leer gezogen, die künftige Nutzung ist noch unklar. „Das Gebäude war mehr alt als ehrwürdig“, sagt Hanske.