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Norddeutsche Neueste Nachrichten Die Sphinx im Kreml

Von Andreas Herholz | 15.10.2007, 09:21 Uhr

Wladimir Putin, die Sphinx.

Was will der russische Präsident? Mit seinem Coup der Kandidatur für die Partei "Vereinigtes Russland" und dem möglichen Griff nach dem Amt des Ministerpräsidenten nach dem - womöglich nur vorläufigen - Ende seiner Präsidentschaft hat er Kritiker noch bestärkt. Schon ist von einer Art Zarentum die Rede. So war es dann auch kein Abschiedsbesuch beim Petersburger Dialog in Wiesbaden. Schließlich muss Kanzlerin Angela Merkel auch weiterhin mit ihm rechnen. Putin, der Dauerregent, der autoritäre Machthaber, der die Geschicke Russlands lenkt, ob nun ganz oben oder aus dem Hintergrund heraus. Mit einer gesunden, stabilen und "lupenreinen" Demokratie hat dies noch nicht viel zu tun. Dort, wo es keine echte Möglichkeit zum Wechsel gibt, mangelt es an politischer Hygiene. Natürlich: Russland unter Putin erlebt Aufschwung und Wohlstand, zumindest für einige wenige. Doch der Preis, den der Kreml verlangt, ist hoch: Unterdrückung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit, außenpolitische Alleingänge - Probleme und Differenzen, die in Wiesbaden angesprochen werden. Der regelmäßige Dialog mit Gipfelcharakter dient zum besseren Verständnis. Berlin muss strikt darauf achten, dass aus der strategischen Partnerschaft keine Abhängigkeiten entstehen, besonders im Energiebereich. Nur so bewahrt man die Möglichkeit, offen und kritisch Differenzen und Defizite anzusprechen.