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Ein Artikel der Redaktion NNN

Norddeutsche Neueste Nachrichten Die Statistik täuscht

Von Rasmus Buchsteiner | 14.10.2009, 07:27 Uhr

Die Lage am Ausbildungsmarkt ist äußerst widersprüchlich.

Und die Interpretationen der neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit fallen sehr unterschiedlich aus. Schönrechnerei und "frisierte Bilanz", wie von den Gewerkschaften kritisiert, oder beachtliche Leistung, wie die Arbeitgeber glauben? Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Natürlich tauchen in der Lehrstellenbilanz nicht alle Jugendlichen ohne Lehrstelle auf. Viele drehen Warteschleifen in Förderprogrammen, andere melden sich nicht mehr zur Vermittlung durch die Arbeitsagentur. Doch darüber, wie groß diese Gruppe tatsächlich ist, gibt die offizielle Statistik keinen Aufschluss. Weniger unversorgte Bewerber und das trotz der Wirtschaftskrise und ihrer Auswirkungen - auf den ersten Blick sieht das Ergebnis noch recht beachtlich aus. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die offizielle Lehrstellenlücke vor allem deshalb geschrumpft ist, weil die Zahl der Bewerber etwa doppelt so stark abgenommen hat wie das Ausbildungsplatzangebot. Hier schlägt der Rückgang der Geburtenzahlen zu Buche. Die lange erwartete Trendwende am Ausbildungsmarkt zeichnet sich immer stärker ab. Künftig werden sich Schulabgänger mit guten Zeugnissen kaum noch um eine Lehrstelle sorgen müssen. Ihre Chancen stehen bestens, allen Unkenrufen zum Trotz. Die Betriebe werden händeringend Nachwuchs suchen, und nicht mehr umgekehrt.