Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Diebe schlagen in Tiefgaragen zu

Von tohi | 10.10.2011, 05:58 Uhr

Einbruchsserie in der Hansestadt: Allein am vergangenen Wochenende haben Unbekannte mehr als 60 Autos aufgebrochen und durchsucht.

Sie standen in verschiedenen öffentlichen und privaten Tiefgaragen in der Innenstadt und in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Schon am ersten Oktoberwochenende waren fast 40 Fahrzeuge aufgebrochen worden.

Auf der Suche nach Beute schlugen die Täter entweder die Seitenscheiben ein oder hebelten die Türen auf. "In den meisten Fällen war nichts zu holen", sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Nur vereinzelt fanden die Diebe Digitalkameras oder Werkzeug in den Autos vor. "Der Sachschaden liegt um ein Vielfaches höher", so Hanske.

Autofahrer könnten nur wenig unternehmen, um die Täter abzuschrecken. "Das ist ein Fall, bei dem ich mich schwer tue Tipps zu geben", sagt die Polizistin. Dass die Diebe nun in Tiefgaragen zuschlagen, sei neu. "Das war bisher ein Ort, wo es keine Probleme gab", sagt sie. Stattdessen hätten sich die Kriminellen bis vor Kurzem auf ebenerdige Parkplätze konzentriert. Dort hatte die Polizei Ende Frühjahr mehrere Warnschilder angebracht, die die Autofahrer zu mehr Wachsamkeit aufrufen.

"Wir wollen den Tätern so schnell wie möglich das Handwerk legen", sagt Hanske. Unter anderem setzen die Beamten ihre Hoffnung auf Videoaufzeichnungen aus den Parkhäusern. Momentan sind sie dabei, diese nach möglichen Hinweisen auszuwerten.

Denn Zeugen haben lediglich in einem Fall einen mutmaßlichen Täter beobachtet. Der hatte sich in einer Tiefgarage in der Wismarschen Straße mit einer Rohrzange an einem Auto zu schaffen gemacht. Das Werkzeug konnten die Polizeibeamten später am Tatort sicherstellen. Den Mann beschreiben die Zeugen als etwa 25 Jahre alt und 1,85 Meter groß. Er hatte ein blasses, unrasiertes Gesicht und war mit einem dunklen Kapuzenshirt mit weißen Streifen bekleidet. Als er bei seiner Arbeit gestört wurde, flüchtete er in Richtung Doberaner Platz. "Wir konnten Spuren sichern, aber jeder Hinweis hilft uns weiter", sagt Hanske. Die Polizei rät generell dazu, keine Wertgegenstände im Auto zurückzulassen. Besonders Navigationsgeräte zögen Diebe an und sollten aus dem Fahrzeug entfernt werden.

Wie schnell das Auto ausgeräumt werden kann, weiß auch die Rostockerin Beate Maluck: "Ich habe selbst schon Erfahrungen mit Einbrüchen gemacht - in einer ruhigen Straße wurde die Autotür aufgebrochen und die Alarmanlage gekappt."