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Scandlines-Investition im Seehafen Rostock Doppelte Kapazität auf Route Rostock-Gedser

Von Sophie Pawelke | 05.11.2010, 09:15 Uhr

Mit einer Millioneninvestition will der Rostocker Hafen bis 2012 eine Umstrukturierung vornehmen. Mit zwei neuen Scandlines-Fähren für die Route Rostock-Gedser sollen die Kapazitäten um 100 Prozent gesteigert werden.

Mit einer Millioneninvestition will der Rostocker Hafen bis 2012 eine Umstrukturierung vornehmen. Mit zwei neuen Scandlines-Fähren für die Route Rostock-Gedser sollen die Kapazitäten um 100 Prozent gesteigert werden.

Um den Verkehr mit den größeren Schiffen zu gewährleisten, wird das gesamte Terminal mit den fünf Fähranlegern ausgebaut. Durch Abrissarbeiten von ungenutzten Lagerhallen soll die gesamte Fläche von 25 Hektar auf 31 Hektar vergrößert werden. Zu den Vorhaben gehört auch der Bau eines neuen Fährgebäudes und die Gestaltung eines freien Areals mit einer zusätzlichen Tankstelle, einer Lkw-Waschanlage und einem Scandlines-Bordershop. Über die genauen Kosten für die Umbauarbeiten am Überseehafen gab der Abteilungsleiter für Hafenbau von der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) Jörg Heinze noch keine Auskünfte. "Noch laufen die Ausschreibungen." Das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hero und Scandlines kommen für die Kosten auf. Die Reederei investiert allein in den Bau der neuen Schiffe 230 Millionen Euro.

Die zwei neuen Großfähren liegen bereits in der Stralsunder P&S Werft auf Kiel. "Sie sind größer und können von zwei Decks be- und entladen werden", sagt Line Manager Steen Wæver von Scandlines gestern. Insgesamt vergrößert sich die Anzahl der möglichen Passagiere von 1000 auf 1500. Statt 210 können zukünftig 480 Pkws zwischen Rostock und Gedser transportiert werden. Die neuen Schiffe sind mit einer Länge von 250 Metern ausgestatten, 30 Meter mehr als zuvor. Für den Wechsel der Fahrtgäste stehen den Fähren eine Zeit von 15 Minuten zur Verfügung. "Um dieser Zeit weiterhin einzuhalten, werden wir die Fahrspuren erhöhen", sagt Heinze. Zusätzlich bekommt Scandlines zwei Autobahnbreite Rampen für die Be- und Entladung der Schiffe sowie eine neue Gangwayzone für die erhöhte Passagierzahl. Die derzeit betriebenen Fähren sind 30 Jahre alt und werden abgezogen.

"Die ganzen Umbauarbeiten erfordern viel logistisches Geschick", sagt Heinze. Während der Umstrukturierungen muss der laufende Fährverkehr uneingeschränkt weiterlaufen. Bei voller Auslastung liegen fünf Schiffe an den Piers, bis zu 3000 Autos und 1 300 Lkw sind dann auf dem Terminal im Überseehafen unterwegs. In Hochphase werden sich 40 Baustellen im Überseehafen befinden. Im April 2012 kommt das zweite Schiff aus der Stralsunder Werft. "Dann muss alles fertig sein". Derzeit befindet sich der Hauptfähranleger am Liegeplatz 67. Dieser wird nach Osten auf Platz 54 verlagert.

Detlef Kobrow vom Betriebsrat der 2300 Mitarbeiter der Reederei sieht die Neuentwicklungen im Überseehafen und bei Scandlines positiv. Die Beschäftigungsgarantie nach Kauf durch die drei Gesellschafter 3i Group, Allianz Capital Partners und die Deutsche Seereederei, die erst Freitag ihren Ausstieg bekannt gegeben hatte, laufe zum Jahresende aus. 300 Mitarbeiter seien seit 2007 entlassen worden. "Wir hoffen durch die neuen Schiffe auf sichere Arbeitsplätze", so Kobrow.

Parallel zum Rostocker Überseehafen wird auch in Gedser eine Umstrukturierung vorgenommen. "Hier werden 43 Millionen investiert", sagt Wæver. Er könne sich für die Zukunft auch vier Schiffe zwischen Gedser und Rostock vorstellen, da die Bedeutung des Ostkorridors immer wichtiger für die Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa werde. Scandlines will zudem ab Anfang 2011 eine neue Preisliste für die Überfahrten rausgeben. "Die Tickets werden billiger", sagt Wæver.