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Flughafen Rostock-Laage Dreamliner erfüllt Airport-Träume

Von Claudia Labude-Gericke | 29.06.2018, 20:45 Uhr

Verbreiterung des Rollweges ermöglicht Landung von Großmaschinen am Flughafen Rostock-Laage. 349 Passagiere aus Mailand

Das Flugzeug des US-Präsidenten, die Air Force One, landete 2007 in Laage, eine Boeing 747 im Jahr 2016 – ansonsten war der regionale Airport aber kein Ziel für Großraummaschinen.

Seit Freitag ist das nun anders. „Durch die Verbreiterung unseres Rollweges um drei Meter auf 700 Metern Länge sind wir jetzt in der Lage, Flugzeuge dieser Größenordnung auf dem Vorfeld abwickeln zu können“, sagt Airport-Geschäftsführerin Dörthe Hausmann. Versicherungen würden vorschreiben, dass die Flügelbreite der Maschine auf dem Rollweg mit Beton unterlegt sein muss – was in Laage eine siebenstellige Summe kostete, die das Land zu 75 Prozent bezahlt. „Die Arbeiten liefen seit März und waren technisch herausfordernd“, so Hausmann.

Erst Freitag Früh seien die Bauzäune verschwunden – gerade rechtzeitig für die Premieren-Landung des Dreamliners, einer Boeing 787 der Airline Neos, die 349 Gäste von Costa Crociere aus Mailand nach Laage brachte, von wo sie mit Bussen zum Terminal Warnemünde gebracht wurden. Seit vier Jahren kooperiert der Flughafen mit der Reederei. Waren es zum Start noch 18 278 Kreuzfahrttouristen, die über Laage ihren Urlaub antraten, werden in diesem Jahr 40 000 Gäste erwartet – allein von Costa.

„Das Kreuzfahrtgeschäft macht gut ein Drittel unserer Passagierzahlen aus“, so Hausmann. Bis Ende August landet und startet der Dreamliner jeden Freitag in Laage. Dazu kommen für Costa und andere Reedereien weitere Flugzeugtypen, die täglich 3000 Kreuzfahrtgäste zum Schiff und wieder heim bringen – aus Italien, Spanien, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Die Zusammenarbeit zwischen Flughafen und Kreuzfahrtbranche helfe, den kleinen Vorsprung des Rostocker Hafens vor Kiel und Hamburg weiter zu halten, erklärt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

„Es war immer klar: Einer muss den Anfang machen, dann ziehen andere nach“, sagt Steffen Knispel. Der Geschäftsführer des Fischereihafens war 2014 Interims-Flughafenchef und hatte die Idee für die Kooperation mit Costa. Er glaubte schon damals an den Erfolg: „Was sonst immer als Manko in Laage gilt – der wenige Verkehr – ist dabei das größte Plus: Es gibt kurze Wege und Verweilzeiten“, so Knispel. Und das Potenzial sei noch nicht erschöpft, „denn wenn wir ausländische Gäste ins Land holen wollen, können die ja nicht alle mit dem Auto oder Zug kommen“. Das sieht Reinhard Meyer, Chef der Schweriner Staatskanzlei, genauso: „Deshalb ist es eine gute Strategie, Rostock-Laage als Incoming-Flughafen für Ostseeurlauber zu positionieren.“ Der Flughafen sei wichtig für das Land, deshalb würden auch künftig Lösungen gefunden, ihn weiter zu stabilisieren. Dass die Handelnden vor Ort ebenfalls alles dafür tun, weiß Ingazio Mura. „Wir hatten gedacht, die Gäste erst ab 2020 mit den großen Flugzeugen zum Schiff bringen zu können. Der Flughafen hat es aber möglich gemacht, dass es viel schneller ging“, so der Verantwortliche von Costa.

Kommentar von Claudia Labude-Gericke: Im Luftraum ist Luft nach oben
Nicht nur die Warnemünder wissen, wie begehrt Urlaub auf dem Wasser ist. Das Kreuzfahrtgeschäft boomt und wirft für die Beteiligten satte Gewinne ab. Gut, dass  nicht nur der Hafen, Einzelhändler und Gastronomie ein Stück vom Kuchen abbekommen, sondern endlich auch der defizitäre Airport. Dass Steffen Knispel auf die Idee kam, mit Flughafen und Hafen das sogar örtlich naheliegende zu verbinden, könnte die Stellschraube sein, die auf lange Sicht hilft,  die roten Zahlen zu verringern und vielleicht sogar einmal  schwarze Zahlen zu schreiben. Es müssen nur alle an einem Strang ziehen.