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Hafenwirtschaft Drehscheibe der Logistik

Von TOHI | 17.07.2014, 12:00 Uhr

Die Unternehmen der Hansestadt beliefern neben Skandinavien auch ganz Mitteleuropa. Dabei steigen die Trailer-Zahl und Tonnage ständig.

Der europaweite Marktführer im Bereich kombinierter Ladungsverkehr hat sich im Februar 2012 in der Hansestadt niedergelassen, weil er das Potenzial des Standorts erkannt habe, so Gunnar Scholtz, Leiter der lokalen Geschäftsstelle. „Die Branche bekommt noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient“, kritisiert er.

Das bemängelt auch Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD), der gestern auf seiner Sommertour an der Kaikante Station machte. Mecklenburg-Vorpommern definiere sich noch immer hauptsächlich über die Ernährungswirtschaft und den Tourismus. „Dabei bildet die Logistik längst eine geschlossene Wertschöpfungskette im Land genau wie der Bereich On- und Offshore“, so Pegel.

Abzulesen ist das auch an den seit Jahren steigenden Trailer-Einheiten, die im kombinierten Ladungsverkehr im Seehafen Rostock umgeschlagen werden. Waren es 2005 noch knapp 37 900, stieg ihre Zahl bis 2013 auf knapp 64 900. Die Tonnage stieg im selben Zeitraum von mehr als einer Million auf fast 1,8 Millionen.

Zu der positiven Entwicklung leistet DB Schenker einen wichtigen Beitrag. Mittlerweile laufe der gesamte intermodale Ostsee-Verkehr über den Knotenpunkt Rostock, so Scholtz. Die Trailer kommen per Schiff oder Lkw an und werden dann auf den Zug umgeladen. „Auf dem Hafengelände sind im Vergleich zum Transport auf öffentlichen Straßen ganz andere Kapazitäten und Nutzlasten möglich“, so der Geschäftsstellen-Leiter. Auf so genannten Mafis können bis zu 100 Tonnen auf einmal transportiert werden. Die eingesetzten Trailer schaffen immerhin bis zu 32 Tonnen Nutzlast.

Ein Schenker-Großkunde ist beispielsweise das finnische Unternehmen UPM Plywood, das über seinen Partner in der Hansestadt Papier, Zellulose und Sperrholz verschickt. Die Ware kommt aus den Werken in Finnland, Russland und Estland und wird von Rostock aus per Zug nach Italien, Österreich, in die Schweiz und nach Karlsruhe weitertransportiert. „Die Bedeutung von Rostock im europäischen Netzwerk war ausschlaggebend für DB Schenker, sich hier niederzulassen“, sagt Scholtz. Die Hansestadt sei ein zentrales Drehkreuz der Achse, die die Ostsee mit Mitteleuropa verbinde.