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Pläne für Zusammenschluss Großgemeinde vor Rostocks Toren geplant

Von Antje Kindler | 15.11.2018, 18:54 Uhr

Die Gemeinden Elmenhorst, Admannshagen-Bargeshagen und Ostseebad Nienhagen wollen fusionieren.

Die Ideen für eine neue Großgemeinde vor den Toren der Hansestadt sind nicht mehr nur vage Visionen. Die ehrenamtlichen Bürgermeister von Elmenhorst, Admannshagen-Bargeshagen und dem Ostseebad Nienhagen führen zu diesem Thema bereits interne Gespräche. Ihr Gedanke: eine starke Gemeinde schaffen, die auch gegenüber Rostock ihre Wichtigkeit behaupten kann, erklärte Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl (CDU) auf der Bürgerversammlung zur Entwicklung des Ortes am Mittwochabend, bei der auch die Fusionspläne Thema waren. Hintergrund für die Überlegungen sind der Wunsch nach einer gestärkten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und die Möglichkeiten, die eine gemeinsame touristische Entwicklung bietet. "Ich persönlich bin dafür und würde mich sofort von Nienhagen eingemeinden lassen", sagt Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalan (FDP), der schon allein durch den Titel als Ostseebad wesentliche finanzielle Vorteile sieht. "Das hat gigantische Chancen." Im Fall einer Fusion müssten die touristischen Strukturen nur einmal anstatt sonst für jede der drei Gemeinden einzeln vorangetrieben werden. "Wir brauchen Quellen, um uns zu finanzieren und sollten alle Quellen nutzen", so Elmenhorsts Bürgermeister Horst Harbrecht (CDU).

Vor allem aber soll eine eigene Verwaltung mit einem hauptamtlichen Bürgermeister und mehr Eigenständigkeit geschaffen werden. "Wir zahlen 1,46 Millionen Euro Amtsumlage an die Verwaltung, aber es kommt nichts bei rum", kritisiert Kahl. Ein Punkt den auch Harbrecht bemängelt. "Man muss immer auf das Amt zurückgreifen als ehrenamtlicher Bürgermeister." Und Catalan fügt an: "Verwaltungstechnisch müssen wir uns ins 21. Jahrhundert beamen. Die Verwaltung ist zu teuer. Zusammen kann man leistungsfähiger sein und auch größere Fördertöpfe anzapfen", nennt er einen Vorteil für einen freiwilligen Zusammenschluss, der zudem großzügig vom Land honoriert wird.

Und Catalan sieht ein weiteres Problem. "Es besteht die Gefahr einer Eingemeindung durch Rostock. Die Signale sind eindeutig." Durch einen Zusammenschluss könnte dieses Problem jedoch abgewendet werden. "Wenn wir den Brocken groß machen, kann man es herauszögern." Mit ihren Plänen wollen die drei Gemeindevorsteher einem möglichen Zwang zuvorkommen. "Es ist besser, wenn wir es alleine gestalten können, so wie wir es uns vorstellen", sagt Harbrecht. Jedoch, da sind sich alle drei einig, ohne die Zustimmung der jeweiligen Bürger wird nichts geschehen.

Die Gemeindevertreter von Admannshagen-Bargeshagen sowie Nienhagen haben ihre Zustimmung zu den Plänen bereits bekundet und den Bürgermeister offiziell damit beauftragt, Fusionsgespräche aufzunehmen. Elmenhorst beschließt im Dezember darüber.