Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Rudern Ein Erfolgsprodukt aus Können und Glück wird anvisiert

Von Peter Richter | 26.08.2019, 16:22 Uhr

Drei MV-Starter sollten bei den WM in Linz das A-Finale erreichen. Die Woche steht im Zeichen der Olympia-Qualifikation.

Die letzten „richtigen“ Ruder-Weltmeisterschaften bis 2021 – nächstes Jahr sind bei den WM nur die nichtolympischen Disziplinen „dran“ – stehen nicht zuletzt im Zeichen der ersten Qualifikation der Boote für Olympia 2020 in Tokio.

Heißester Kandidat, in Linz-Ottensheim auf der Donau auf Anhieb alles klar zu machen, ist der Deutschland-Achter mit dem für die Schweriner RG von 1874/75 startenden Rostocker Hannes Ocik. Weniger als den dritten WM-Titel in Folge können sich die Männer von Trainer Uwe Bender nicht als Ziel setzen.

„Generell haben wir uns vorgenommen, die mit Abstand besten Rennen der Saison zu fahren, dann müssen wir sehen, wofür das reicht“, sagt Christin Stöhner (Olympischer Ruder-Club Rostock) vom Frauen-Achter.

Bei den Skullern ist Stephan Krüger (Frankfurter RG Germania von 1869/ORC) mit seinem Doppelzweier-Partner Tim Ole Naske (RG Hansa Hamburg) wie berichtet ins Viertelfinale eingezogen: „Der Vorlauf lief aber nicht optimal, weil Tim Ole nach 400 Metern Magenkrämpfe bekommen hat.“

Ziel ist gleichwohl das A-Finale (damit wäre das Boot in Tokio dabei): „Wir hoffen auf ein Erfolgsprodukt aus Können und Glück, denn ganz in der Hand haben wir es nicht. Das hat man beim Weltcup III in Rotterdam (wo die beiden sicher unter die besten Sechs fuhren und Fünfter wurden – d. Red.) gesehen, wo wir vom Wind benachteiligt waren.“

Marie-Louise Dräger (Schwerin/Rostock) startet zwar in einer nichtolympischen Disziplin (Leichtgewichts-Einer), doch hat sie ihren Traum, zum fünften Mal Olympia erleben zu dürfen, noch lange nicht ad acta gelegt. Dafür müsste sie in den LG-Doppelzweier und wird deshalb im Auge behalten, wie sich Katrin Thoma (Frankfurt am Main) und Sophia Krause (Limburg) bei den WM schlagen.

„Emily Schmieg (USA/voriges Jahr mit Mary Jones Vize-Weltmeisterin – d. Red.) ist die einzige Konkurrentin, die ich nicht einschätzen kann. Ansonsten gehe ich davon aus, dass ich gut vorne mitfahren kann“, hofft Dräger, wie in Rotterdam (3.) das A-Finale zu erreichen.

Und was traut Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister den hiesigen Ruderern zu? „Hannes & Co. auf jeden Fall sehr viel. Platz eins oder zwei ist drin. Christin ist noch jung, eine Kandidatin eher für 2024. Sie soll diesen Bonus mitnehmen und als Teilabschnitt ihrer Entwicklung sehen. Stephan und Tim Ole sind kämpferisch sehr gut, kommen für einen Platz zwischen drei und sechs in Frage. Auch Marie-Louise sollte das A-Finale schaffen.“

NNN-Prognose zur Olympia-Qualifikation

Bei den Achtern ist Rang fünf zur direkten Qualifikation der Boote für Tokio 2020 vonnöten. Vom Deutschland-Achter wird erwartet, dass er es schafft – so kommt es auch.

Bei den Frauen ist dies unrealistisch.

Der Doppelzweier (Plätze eins bis elf) hat eine hervorragende Chance. Krüger/Naske werden sie nutzen – wenn sie gesund sind.

Der LG-Doppelzweier weiblich braucht mindestens Rang sieben. Es wird nicht reichen.