Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Ein Kommentar von Stefan Menzel An der Kritik sind die Gemeindevertreter selbst Schuld

Von Stefan Menzel | 29.09.2020, 07:04 Uhr

Das Verhalten der Bentwischer Kommunalpolitiker muss als ungeschickt bewertet werden, meint Redakteur Stefan Menzel.

Schnell und meist vorschnell ist das Urteil längst gefällt. Irgendwie riecht es nach Mauschelei, wenn ortsansässige Geschäftsleute an entscheidender Stelle einer Kommune sitzen und davon selbst noch profitieren. Selbst wenn sie an Abstimmungen nicht teilnehmen, verhalten sich einige Bentwischer Bürgervertreter mehr als ungeschickt.

Anders kann es nicht bewertet werden, wenn unter anderem der Bürgermeister sich als Architekt auf eine Gemeindeprojekt bewirbt. Welche Standeskollege würde da noch sein Angebot abgeben, wenn ein Konkurrent um die Auftragsvergabe der örtliche Bürgermeister ist?

Kritik am Vorgehen der Gemeinde ist angebracht

Aus eigenem Empfinden sollten die Gemeindevertreter bereits festgestellt haben, dass an Politiker besonders hohe moralische Ansprüche gestellt werden. Bisher letztes Beispiel in MV: Der Rückzieher von Philipp Amthor als Kandidat für den CDU-Landesvorsitz. Die Bundestagsverwaltung bescheinigte ihm keinerlei Vergehen, dennoch trat er zurück.

Im Kleinen in Bentwisch liegt die Sache ähnlich. Rechtlich ist alles in Ordnung und guten Glaubens setzen sich die Gemeindevertreter dort für ihre Kommune ein. Und dennoch ist es im direkten Wortsinn bemerkenswert, denn alternativlos ist das Vorgehen mitnichten. Kritik ist daher angebracht und sollte ernst genommen werden.