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Norddeutsche Neueste Nachrichten Ein Sparbuch von Oma und Opa

Von Ingrid Laue | 22.04.2010, 01:57 Uhr

Geburtstag, Jugendweihe, Konfirmation oder Einschulung.

Fast immer ist mit der Einladung auch die Frage verbunden: Was soll man schenken? Einen Gutschein, einen druckfrischen Geldschein, nett verpackt, ein Investmentzertifikat, einen Gold- oder Silbertaler oder sogar einen kleinen Barren dieses edlen Metalls - auch das könnte Freude bereiten. Vielleicht ist aber auch ein Bausparvertrag, eine Unfallpolice oder eine Ausbildungs- oder Aussteuerversicherung geeignet?

Banken, Sparkassen, Bausparkassen und die Versicherungen bieten eine Reihe von Möglichkeiten ausdrücklich für den Zweck des Schenkens an.

Gern verschenkt werden Sparbücher. Dabei gibt es einiges zu beachten. Ein Großvater zum Beispiel, der seinem Enkel ein Sparbuch schenken möchte, kann das auf seinen Namen ausstellen lassen. Das Kontoguthaben bleibt, auch in steuerlicher Hinsicht, sein Vermögen. Er ist Gläubiger der Sparanlage, bis er das Sparbuch seinem Enkel übergibt und mit ihm gemeinsam bei der Bank oder Sparkasse die Umschreibung be-antragt.

Der Großvater kann beispielsweise durch eine Zusatzvereinbarung bestimmen, zu welchem Zeitpunkt oder Ereignis der Gläubigerwechsel erfolgen soll (zum Beispiel zum Abitur). Vorteil dieser Möglichkeit ist, dass der Großvater über das Sparbuch frei verfügen kann, solange das Guthaben noch nicht auf den Enkel übergegangen ist. Rechte des Enkels bestehen während dieser Zeit noch nicht. Entwickelt sich der Enkel also entgegen den Vorstellungen des Großvaters, kann er vom Sparbuch abheben oder es kündigen. Ist der Enkel zum Zeitpunkt des Gläubigerwechsels allerdings noch minderjährig, haben die Eltern nach dem Gläubigerwechsel (in gesetzlicher Vertretung des Enkels) Verfügungsmöglichkeiten über das Guthaben, ohne dass der Großvater als Schenker etwas dagegen unternehmen kann.

Um sicherzustellen, dass im Todesfall das Guthaben auf den Enkel übergeht, ist unter anderem Folgendes zu beachten: Nur wenn der Enkel von der Schenkung informiert wird und sie durch seine Unterschrift bzw. die seiner Eltern, annimmt, wird sichergestellt, dass die Schenkung mit Eintritt des Todesfalles wirksam wird. Das bedeutet, dass der Enkel die Zuwendung nicht nach den Bereicherungsgrundsätzen an die Erben wieder herausgeben muss, wenn diese als Rechtsnachfolger den Schenkungsvertrag nachträglich widerrufen. Wenn der Enkel minderjährig ist, müssten seine gesetzlichen Vertreter, also in der Regel die Eltern, für ihn die Annahme der Schenkung erklären.

Das Sparkonto lässt sich aber auch auf den Namen des Enkels mit Unterschrift der Eltern eröffnen. Dieser ist dann sofort Gläubiger der Spareinlage - und damit für das Kontoguthaben steuerpflichtig. Der Großvater als Schenker hat dann keinen Zugriff mehr auf das Konto.