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Studieren mit Kind Eine Familie zwischen Kita und Uni

Von Redaktion svz.de | 10.03.2015, 13:00 Uhr

Für Julia Natusch sind Studium und Tochter Magdalena vereinbar – wie sie mit Ehemann Hannes beidem gerecht wird, erzählt sie hier.

Seit Julia Natusch ihre Tochter Magdalena bekam, hat sich für die Studentin alles verändert. „Der Tag beginnt mit einem Frühstück – das muss bei Magdalena sofort sein. Dann machen wir uns fertig und bringen unsere Tochter in die Krippe“, sagt die 23-jährige Germanistik-Studentin. Zum Glück habe sie dieses Semester keine frühen Veranstaltungen.

Damit ihre anderthalbjährige Tochter nicht zu lange in der Kita ist, versuchen die jungen Eltern, die Uni-Kurse so zu legen, dass einer der beiden Magdalena am Nachmittag abholen kann. „Wir gucken, welche Veranstaltungen wir belegen. Sind wir beide bis 17 Uhr an der Uni, wäre sie zu lange in der Kita. Dann würden wir sie kaum noch sehen“, so die Mutter, die als studentische Hilfskraft ihr Budget aufstockt.

Deshalb freuen sich die Studenten, dass sie ihre Zeit untereinander frei ein- und aufteilen können. So können sie gemeinsame Momente mit ihrer Tochter vollauf genießen.

Carina Hojenski, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni-Gleichstellungsbeauftragten, geht davon aus, dass die Anzahl der Studenten mit Kind zunimmt. Genau belegen lasse sich dies jedoch nicht, da es keine Statistik gebe. Auch bei Planungen richtet sich die Universitätsverwaltung nach Schätzungen.

„Anfragen von Studenten treten etwa im Studentensekretariat, in der Geschäftsführung der Hochschule und der Studentenvertretung auf“, sagt Hojenski. Hierbei hat sich an der Hochschule ein Netzwerk zwischen den verschiedenen Stellen gefestigt. „Dabei wird nicht nur auf eine andere Stelle verwiesen, sondern die Studenten können sich sicher sein, dass ihnen auch geholfen wird“, sagt Personaldezernent Andreas Tesche.

Alle Anfragen zählen als Einzelfälle, da es individuelle Probleme seien, mit denen die Rostocker Studenten zu Katharina Wilke kommen, der Referentin für Soziales des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta).

„Es gibt keinen Leitfaden für das Vorgehen, sondern ich entscheide bei jedem einzeln, wer an der Universität für das jeweils vorliegende Problem der beste Ansprechpartner ist“, erläutert Wilke.

Für Studenten mit Kind hat die Uni sich in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen engagiert, um die Vereinbarkeit von Studium und Familie zu ermöglichen. Beispielsweise gibt es in der Bibliothek in der Südstadt ein Kinder-Eltern-Spiel- und Studierzimmer, das sehr gut angenommen wurde.

Dort können Eltern arbeiten, während ihre Kinder spielen. Daneben gibt es beispielsweise den Kinderteller und eine Spielecke in der Mensa sowie eine Kinderweihnachtsfeier. Außerdem arbeitet die Alma Mater derzeit an der Entwicklung einer familienfreundlichen Studien- und Prüfungsordnung.

Zudem sammelt der Asta Ideen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium und Kind. Damit sich betroffene Studenten besser austauschen können, ist neben der jährlichen Weihnachtsfeier auch ein Sommerfest im Gespräch. „Es kam die Idee auf, regelmäßig Familienfrühstücke anzubieten. Aus Gesprächen mit Eltern habe ich erfahren, dass es ein Bedürfnis nach Vernetzung gibt“, so die Asta-Referentin.

Auch Julia kann sich vorstellen, an diesen Familienfrühstücken teilzunehmen. „Regelmäßig wäre es wohl nicht immer zu realisieren, aber die Möglichkeit zum Austausch wäre schon was Tolles“, so die Studentin. In ihrem Alltag lasse sich Studium und Familie gut vereinbaren. „Das liegt vor allem am guten Zusammenspiel mit meinem Mann. Wir wechseln uns mit der Kleinen ab oder arbeiten so gut es geht abends, wenn sie schläft“, sagt Julia.

Zwar sind die Eltern des Öfteren auf die Nachsicht der Dozenten angewiesen, wenn ein Seminar oder eine Vorlesung mal nicht besucht werden kann, aber sie empfinden die Uni Rostock als sehr kinderfreundlich.