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Senioren Eine gute Idee für die Gesundheit

Von Redaktion svz.de | 09.05.2018, 12:00 Uhr

Prof. Willi Knappes Programm gegen Gefäßerkrankungen – Vier Seniorinnen machen den Selbsttest mit überraschendem Ergebnis.

Der emeritierte Sportwissenschaftler Professor Willi Knappe ist sich sicher, mit einfachen, aber regelmäßig und konsequent durchgeführten Übungen dem Volksleiden Gefäßerkrankungen entgegenwirken zu können. Und es klingt überzeugend und logisch, worüber er geforscht und im Eigenversuch Erfahrungen gesammelt hat: Das lange Sitzen tut uns nicht gut. Nicht nur uns Senioren, sondern allen Menschen.

Jeder kennt es: Nach langem Sitzen schmerzen die Glieder, man möchte sich recken und strecken, bevor die ersten Schritte getan werden können. Und wie viele ältere und alte Menschen verbringen täglich mehrere Stunden im Sitzen. Das ist Gift für die Gefäße, das Blut kann nicht mehr richtig zirkulieren, die Gefäßwände erschlaffen, Kalk lagert sich ab. Thrombosen, Herzerkrankungen, Demenz können Folgeerkrankungen werden...

Willi Knappe ist in seinem Element, wenn er darüber spricht und versteht es, den Zuhörer zu überzeugen. Sein Plan klingt einfach. Beim abendlichen Fernsehen, Handarbeiten, Basteln heißt es nach 50-minütigem Sitzen, sich zum 10-minütigen „dynamischen Stehen“ zu erheben. Das heißt, während des Fernsehens auf der Stelle gehen, treten, marschieren in verschiedenen Geschwindigkeiten, mit oder ohne Armbewegungen – dabei kräftig atmen. Im Sportcenter am Schwanenteich hat Willi Knappe eine Seniorensportgruppe überzeugen können, seine Übungen zum dynamischen Stehen auszuprobieren. Nach gut einem viertel Jahr war die Stunde der Wahrheit gekommen und die Damen durften ihre Erfahrungen austauschen. Ja, der Handzettel liegt immer auf dem Tisch, bestätigten die vier Frauen. Ja, und die Übungen sind wirklich gut, aber etwas zu einfach für uns. Trotzdem machen wir sie, aber nicht so konsequent, wie es wahrscheinlich sein müsste – so das übereinstimmende Fazit.
Nachdenklich hörte der Sportprofessor zu. „Ich weiß, woran das liegt“, erklärte er mit freundlichem Lächeln. „Ihr habt die sportliche Seite, eure Fitness, im Vordergrund gesehen. Da ihr aber alle über eine bewundernswerte Kondition verfügt, habt ihr den Zweck der Übungen, die gesundheitliche Seite, aus dem Blick verloren. Ich werde den Handzettel mit den Übungen und die medizinische Notwendigkeit dafür erneut überarbeiten.“ Und nun kam noch einmal ein eindringliches Plädoyer für die Notwendigkeit, die Schädigungen durch langes Sitzen zu vermeiden. Die Pflicht zur Selbstfürsorge sollte dazu führen, dass mit Spaß und Freude einfache Übungen zur Gewohnheit werden und das allgemeine Wohlbefinden sich erhöht. „Mit dem Aufstehen und Bewegen durchflutet eine Kaskade fördernder Antriebe unseren Körper. Der Blutkreislauf wird angeregt, die Versorgung aller Organe verbessert, Gefäßfunktionen werden voll hergestellt“, so heißt es im „Handzettel für dynamisches Stehen beim Fernsehen“. Die Seniorinnen vom Sportcenter jedenfalls sind erneut motiviert für die abendliche Sitzunterbrechung.