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Tipp Eine Mühle mit Tradition

Von Redaktion svz.de | 17.06.2015, 08:00 Uhr

NNN-Serie Stadtansichten: Was zeige ich meinen Gästen?

„Es steht eine Mühle…“ Natürlich steht sie nicht im Schwarzwälder Tal, sondern diese Holländerwindmühle hat seit 1880 ihren Platz am Ende des Dierkower Ludwig-Feuerbach-Wegs. Schon von weitem sehe ich den weißen Turm mit der charakteristischen drehbaren Kappe – auch Kopf oder Haube genannt –, die die Flügel trägt und den Wind nutzen kann. So wird dieser Mühlentyp auch Kappenwindmühle genannt.

Während dieser Mühlentyp in den Niederlanden als Windpumpe genutzt wird, um das Wasser der Polder über die Deiche zu pumpen, ist unsere Dierkower Mühle bis 1995 als Getreidemühle für die Landwirte tätig gewesen. Danach sind ihre Flügel zur Ruhe gekommen.

Wenn Sie mit dem Auto kommen, haben Sie kein Parkplatzproblem, ansonsten ist es von der Haltestelle der Linie 1 „Martin-Niemöller-Straße“ nur ein kurzer Spaziergang zur Mühle. Seit meinen Kindertagen kenne ich sie. Nach einem Umbau in den 1980er-Jahren bot sie auch Platz für den Jugendklub „Klaus Störtebeker“ und 1993 gab es erstmals ein Restaurant in den Mühlenstuben.

Ich erinnere mich an so manche Fahrradtour, bei der wir hier einen Zwischenstopp einlegten und ein Bauernfrühstück inklusive Bier genossen. Wer heute die Dierkower Mühle „Zum Holländer“ betritt, bekommt eine Gaststätte der besonderen Art zu sehen. Mit Liebe zum Detail ist die ehemalige Mühlenstube eingerichtet, wobei diverse Gerätschaften und Fotos an den ursprünglichen Zweck dieses Gebäudes erinnern. Festsaal und Hofladen gehören zum Gaststättenensemble. Ein Bauernfrühstück allerdings suchten wir vergebens auf der Speisekarte.

Auf der großen Wiese unweit der Mühle steht zur Zeit ein Kinderparadies. Schon von weitem sehe ich den großen blauen Elefantenkopf, der durch die Blätter der Bäume leuchtet und den Weg weist. Noch bis zum 21. Juni gastiert hier, nahe der Hinrichsdorfer Straße, das Hüpfburgenland mit Europas größter Hüpfburg. Es ist Sonntag, noch eine Stunde Zeit bis der Spielpark öffnet und ich beobachte fasziniert, wie sich bunte Gummibahnen, die matt auf dem Rasen lagen, zu lustigen Hüpf- und Klettermonstern aufbäumen, nachdem sie mit Luft gefüttert wurden.

Überall summen die Pumpen, Mitarbeiter des Parks stellen Tische, Stühle und Bänke für Eltern und Großeltern auf, drei kleine Steppkes stecken die Nasen durch den Zaun. „Heute Nachmittag gehen wir hier rein. Mit unserem Papa“, erzählen sie mir mit strahlenden Gesichtern. Ich drücke die Daumen für sonnige und windstille Tage für die großen und kleinen Hüpfer.

Am Wochenende hat der große Spielplatz von 11 bis 19 Uhr geöffnet, ansonsten von 14 bis 19 Uhr. Viel Spaß!