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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Einen Tag Stadtwald erleben

Von NICP | 22.08.2018, 08:00 Uhr

Förster, Köhlerhof und Touristiker gestalten Waldtag am 1. September.

6000 Hektar städtischer Wald – das ist schon einmalig, sagt Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth. Gepriesen – in Anbetracht des Stadtjubiläums auch unter einem teils historischen Blickpunkt – wird die Rostocker Heide beim Waldtag am 1. September von 10 bis 15 Uhr. Mit dem Forst- und Köhlerhof Wiethagen und unterstützt von der Tourismuszentrale haben die Förster Programmpunkte über 1100 Meter verteilt.

„Die Schwierigkeit war, alles miteinander zu verbinden“, sagt Revierförster Sven Ahrens. „Unser Hof wird mit kleinen Ständen gefüllt“ – Kräuterhexen, die Brennerei Männerhobby, historische Technik, Motorsägen-Wettbewerb, Pilzberatung. Die Strecke zum Köhlerhof – und da scheint die Schwierigkeit elegant gemeistert – ist gespickt mit einem historischen wie aktuellen Einblick in die Bewirtschaftung der Heide. Der Holzeinschlag, der Einsatz von Pferden zur Waldbewirtschaftung und das Behauen und Drechseln von Holz werden gezeigt. „Ein Harzstand“ – dort geht es um die Gewinnung des Baumsaftes – „stellt die letzte Etappe zum Köhlerhof“, sagt Harmuth. „Und wir haben ein Ganzteil Handwerker da“, schließt Michael Groitzsch vom Köhlerhof an. Wolle wird gesponnen, der Schindhobel erklärt, das Jagdhorn geblasen und es wird Teer geschwefelt. „Wir machen vier mal im Jahr den Teerschwefelofen an“, sagt Groitzsch. Und sie sind damit im Weltkulturerbe aufgenommen. Zwischen den Stationen fahren Axel Peters und Kollegen (Mecklenburger Kutsch- und Kremserfahrten Dummerstorf) die Gäste.

Ein Höhepunkt: Die Eröffnung des Entdeckerpfades Biodiversität. Nach drei Jahren Vorbereitungen und Investitionen von 350 000 Euro eröffnet der Pfad, der die biologische Vielfalt küstennaher Wälder spiegelt. Mit Spielzeugdesignerin Katrin Kuhr hat Projektverantwortliche Angelika Stoll die Stationen konzipiert. Ob die Gewinnung von Tinte für Staatsverträge oder illustre Fakten zum Rostocker Nachtleben in der Natur – „ich habe noch Neues erfahren und oft auch schallend gelacht“, sagt selbst Chefförster Harmuth.

Und das alles wird vor der idyllischen Kulisse des Waldes geboten. „Wir wollen die Rostocker Heide nicht nur bei Urlaubern und Gästen in den Fokus rücken, sondern bei Einheimischen“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm, „dazu soll die Veranstaltung beitragen“.