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Abschied Eisbär Lars geht auf Reisen

Von Redaktion svz.de | 30.03.2015, 08:00 Uhr

Knuts Papa wird im dänischen Aalborg erwartet. Er ist auch der Vater des neuen Stars des Rostocker Zoos.

Gemischte Gefühle im Rostocker Zoo: große Freude über den knuddeligen Eisbär-Nachwuchs und dessen morgige Taufe, Traurigkeit über den nahen Abschied von Eisbärpapa Lars am Mittwoch. Die Anlage ist marode und zu klein für gleich vier der weltgrößten Landraubtiere. Derzeit laufen die Planungen für das knapp zehn Millionen Euro teure Polarium. Dort sollen ab 2017 die Eisbärdamen Vienna und Vilma sowie ihr heute noch namenloses Junges ziehen.

Der Umzug vom Papa des berühmten Berliner Bären Knut ins dänische Aalborg sei keine Routine und werde bis ins letzte Detail geplant, berichtet Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. Leider gebe es im Zoo keinen Platz, um die Transportkiste aufzustellen und Lars daran zu gewöhnen. Auf größeren Anlagen könnten die Tiere mit Futter in die Kiste gelockt und davon überzeugt werden, dass ihnen darin keine Gefahr droht.

So gehe es nach einer Untersuchung durch einen Amtsveterinär nicht ohne eine kurzzeitige Vollnarkose, sagt Zimmermann. Mit Begleitung von Pflegern folgt dann für den mit 320 Kilo vergleichsweise kleinen Bären die Reise nach Dänemark. Doch Lars kennt das schon. Er wurde im Dezember 1993 in München geboren, war dann von 1999 an zehn Jahr lang in Berlin, bevor er über Wuppertal nach Rostock kam. Eisbären gehören nach Worten des Kölner Zoo-Chefs und Präsidenten des Verbands Deutscher Zoo-Direktoren, Theo Pagel, zu den rund 50 Tierarten im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Darin wird unter anderem geprüft, welche Tiere aufgrund ihrer Genetik am besten zueinander passen und „deshalb miteinander verheiratet werden sollten“. Für die Transporte vom Zierfisch bis zum Elefanten gebe es strenge Vorschriften.

Für Zoo-Kuratorin Zimmermann ist der Austausch mit Blick auf die Gefährdung der Tiere in der Natur und auch geringer Zuchterfolge in den Zoos von großer Bedeutung. Inzucht solle vermindert werden, indem das Optimum aus dem vorhandenen Genpool geholt werde. „Wir können uns die Tiere nicht aus der Wildnis holen“, betont Zimmermann.