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Handball HC Empor: Noch einmal voll die Segel setzen

Von Bernd-Dieter Herold | 23.05.2019, 17:03 Uhr

Das Scheitern im ersten Anlauf auf die 2. Bundesliga soll zur Energiequelle werden: Rostock empfängt die HSG Konstanz.

Die Takelage ist wieder in Ordnung, der HC Empor Rostock kann erneut voll Segel setzen und ablegen. Zuletzt gegen die HSG Krefeld (22:24) hatte es kurz vor Erreichen der Ziellinie im Handling einige Probleme gegeben. Der neue Kurs ist der alte: 2. Handball-Bundesliga. Nur diesmal geht es andersherum: Aus dem „Heimathafen“ – sprich Sonntag ab 16.30 Uhr Stadthalle – dann am 1. Juni (20 Uhr) runter zum Bodensee. Der neue Widerpart ist die HSG Konstanz, die zweimal dem ThSV Eisenach unterlegen war (25:30, 26:29).

Hier wie da wurde das Scheitern in der ersten Relegationsrunde nur kurz analysiert. Der Blick war und ist voll auf den zweiten Aufstiegs-Matchball gerichtet. Empor-Coach Till Wiechers geht davon aus, dass „die Spieler die Kräfte bündeln und das erste Scheitern zur Energiequelle werden kann“. Nicht anders die Ansage des HSG-Rückraum-Linken Paul Kaletsch, mit 220 „Buden“ Drittliga-Torschützenkönig: „Jetzt polieren wir die Rüstung, richten unsere Helme, und dann geht es in die Schlacht.“ Mit anderen Worten: Unter „Aufsicht“ der internationalen Schiedsrichter Robert Schulze/Tobias Tönnies aus Magdeburg (96 Länderspiele, amtierten u. a. bei der WM 2019, waren dort sogar Reserve fürs Finale) soll der Empor-„Dreimaster“ geentert werden.

Coach Daniel Eblen steht dafür eine angriffsstarke Sieben zur Verfügung. Gefahr droht den Hansestädtern von allen Positionen. „Taktschwinger“ bei der HSG ist der Schweizer Tim Jud.

Der Eidgenosse ist nicht nur torgefährlich, er beherrscht auch das Zusammenspiel mit Felix Krüger im rechten Rückraum und Kaletsch. Das „Dreigestirn“ der zweiten Reihe besitzt zudem ein besonderes Auge für die Nadelstiche über den Kreis. Hier hatte der 1,94 Meter große Fabian Wiederstein in der 3. Liga 108-fach „eingelocht“. Der HCE wird schon die „Schotten dicht machen“ müssen, wenn Brecher auf Brecher auf ihn zuschwappen werden. Über 900 Tore in 30 Saisonspielen beweisen, dass die HSG auch unter Einbeziehung seiner Außen Joshua Braun und Fabian Schleich ihr Handwerk versteht.

Eine Steigerung wird bei den Gastgebern in der Angriffseffektivität notwendig sein. Hundertprozentige en gros zu vergeben sollte ein Tabu sein. Der unter der Woche als Psychologe gefragte Wiechers hat auch deshalb in kleinen Gruppen und mit dem gesamten Team intensive Gespräche geführt, mit seiner Mannschaft auf die Möglichkeit, das gesteckte Aufstiegsziel im zweiten Anlauf zu packen, hingearbeitet.