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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Enten-Trio hält Rostocks besten Garten in Schuss

Von Jenny Pfeifer | 07.10.2011, 08:15 Uhr

Paul, Paula und Daddeldu - diese drei nimmersatten Laufenten haben Annelies Mühlichen zum Sieg verholfen.

Die 50-Jährige gewann gestern den ersten Platz im Wettbewerb um den naturnahen Kleingarten. Die drei Laufenten dienen Mühlichen als umweltfreundliche Insektenvertilger. "Sie fressen vor allem zwischen den Beeten die Schnecken auf", sagt sie. Auf chemische Pestizide kann die Angestellte beim Rostocker Zoo somit völlig verzichten. Seit neun Jahren pflegt Mühlichen ihre Parzelle im Reutershäger Kleingartenverein Otto Kuphal. Im Einklang mit der Natur zu leben, ist ihr oberstes Gebot. "Alles, was aus dem Garten kommt, bleibt auch dort", sagt ihre Zwillingsschwester Claudia Schaffenger. Zusammen halten die beiden das Fleckchen Grün in Schuss.

Stall bietet Schutz vor dem Fuchs

Als die Entchen im Mai gerade mal sechs Wochen alt waren, zogen sie in den Garten von Mühlichen. Seitdem leben sie als Schneckenvertilger in der Parzelle. Nach ihrem täglichen Festschmaus geht es für die Enten abends zurück in den Stall. "So werden sie nicht vom Fuchs gefressen, der gerade in der Gegend herumstreunt", sagt Mühlichen. Den Winter verbringen Paul, Paula und Daddeldu in einem großen Entenstall bei ihren Artgenossen. Erst wenn die Sonne höher steht, geht es für die drei wieder in den Garten. In der Parzelle von Annelies Mühlichen wird alles auf natürlichem Weg angebaut und entsorgt. "Jede Stelle des Gartens wurde bewusst genutzt und optimal aufgeteilt. Es gibt einen Totholzhaufen und eine Mischwiese", begründet Jurymitglied Uta Bach die Entscheidung für Mühlichen. Zudem hat die Gewinnerin einem Eichhörnchen in einer aus Holzästen bestehenden Kugel einen Unterschlupf gegeben. Ausschlaggebend für ihren Sieg war die Tatsache, dass die 50-Jährige eine ökologische Komposttoilette verwendet. "Den Schwerpunkt legten wir in diesem Jahr auf den Umweltschutz. Die umweltgerechte Abwasserentsorgung gab dabei Pluspunkte", sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne).

Alle zwei Jahre loben das Amt für Stadtgrün, der Kleingartenverband Rostock und der Naturschutzbund Mittleres Mecklenburg den Wettbewerb um den naturnahen Kleingarten aus. "Es freut uns, dass sich die Zahl von 12 auf 19 erhöht hat und viele Neulinge dabei sind", sagt Dieter Steffens, Geschäftsführer des Gartenverbandes. Er hofft, dass nächstes Mal mehr Rostocker teilnehmen.