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IGA-Park Rostock Erste Jugendweihen des Jahres gefeiert

Von Victoria Flägel | 30.08.2020, 14:39 Uhr

108 Jugendliche wurden im Erwachsenenleben begrüßt. Die Organisation der Feiern war eine besondere Herausforderung.

Eine Schwalbe fliegt durchs Zelt, als die ersten fünf Jugendlichen die Parkbühne im Rostocker IGA-Park am Sonnabend betreten.

Es sieht eigentlich aus wie gewohnt: Geputzte 13- und 14-Jährige betreten in kleinen Gruppen aus fünf bis acht Personen die Bühne. Dort werden ihnen Urkunde, Blumen und ein Buch überreicht. Nur der obligatorische Handschlag entfällt und die Gratulierenden tragen Mundnasebedeckung.

Erstmal findet eine Openair-Jugendweihe statt

Und doch ist alles ganz anders als sonst. Denn es handelt sich um die erste Openair-Jugendweihe seit Bestehen des Jugendweihevereins, wie Organisatorin Kerstin Behrendt sagte. "Und vielleicht auch die erste seit Bestehen der Tradition der Jugendweihe 1852."

Ebenfalls ein Novum: Die Jugendlichen werden nicht im Frühjahr im Erwachsenenleben begrüßt, sondern mit coronabedingter dreimonatiger Verspätung erst im Spätsommer.

Eltern initiierten Feierstunde

Doch auch hinter den Kulissen lief dieses Jahr vieles anders. "Die Organisation war aufwendiger. Bei der Planung im Vorfeld hatten wir massive Probleme", sagt Behrendt. Seit März liefen die Planungen und fast täglich kamen neue Verordnungen, Maßnahmen und Beschränkungen hinzu.

Großveranstaltungen sind bis Ende August eigentlich untersagt. Doch Eltern kamen auf die Idee, die Feierstunden im IGA-Park stattfinden zu lassen. Denn unter freiem Himmel sind größere Feiern erlaubt.

Die Hektik der Feierstunde wird kritisiert

Insgesamt 108 junge Erwachsene wurden in drei zeitversetzten Feierstunden im Erwachsenenleben begrüßt. "Ich bin froh, dass auch die Gäste ohne Mund-Nasen-Schutz dabei sein können", sagt Behrendt in ihrer Begrüßung.

Doch das war nur durch einen vorher erstellten Bestuhlungsplan möglich. So mussten alle Gäste platziert werden, um den vorgeschriebenen Hygieneabstand zwischen den einzelnen Gruppen einhalten zu können.

"Dadurch haben wir beim Einlass deutlich mehr Zeit benötigt", erklärt Behrendt. Zehn Minuten später als geplant begann die erste Feierstunde.

"Es war sehr hektisch", findet auch Teilnehmerin Nele Vortanz. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen.

„Aber es ist schön, alle Klassenkameraden in festlicher Atmosphäre zu sehen.“
Nele Vortanz, Schülerin am Innerstädtischen Gymnasium Rostock

Ihr Großvater Detlef Vortanz ist zufrieden mit der Feststunde: "Die Gratwanderung zwischen Hygienevorschriften und festlicher Stimmung ist gelungen. Und zum Glück Wetter hat das Wetter auch mitgespielt."

Ob sich Behrendt auch unabhängig von einer Pandemie weitere Openair-Jugendweihen vorstellen könne? "Im Mai ist es dafür bestimmt zu frisch."

Mehrere hundert Jugendliche müssen sich noch gedulden

Doch die meisten Jugendlichen feiern erst noch ihre Jugendweihe. "Wir haben 860 Jugendweiheteilnehmer in Rostock und Umgebung", sagt Rosemarie Brandt von der Volkssolidarität. Die Feiern beginnen am 5. September.

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