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Ein Artikel der Redaktion NNN

Kippt das Wildtierverbot in Rostock Ethik contra Folgekosten

Von NICP | 26.06.2017, 20:45 Uhr

Verwaltung will Wildtierverbot aufheben. Grüne wollen andere Optionen ausloten

Dass die Stadtverwaltung das Wildtierverbot wieder außer Kraft setzen will, will die Fraktion der Grünen nicht hinnehmen. „Wir wollen das aufrechterhalten“, sagt Elisabeth Möser. Grund für die neu entfachte Debatte um das Verbot sind Streitigkeiten, die die Stadt Hameln wegen eines ähnlichen Falls vor Gericht austrug. Der Fall landete sogar vor dem Oberverwaltungsgericht: Dessen Entscheidung gegen das Verbot aus Hameln betrachtet die Rostocker Stadtverwaltung als „rechtliche Wertung“ und empfiehlt der Bürgerschaft die Aufhebung des Verbots. „Aber wir wollen ja, dass die Verwaltung das möglichst verträglich macht“, sagt Möser. Da gebe es viele Möglichkeiten, zu begründen, warum ein Zirkus dort nicht stehen dürfe – auch andere als den Verweis auf das Verbot.

Theoretisch wäre das möglich, sagte Ordnungssenator Chris Müller (SPD). „Die Verwaltung ist ja geübt darin, die ein oder andere Sache zu machen.“ Aber jetzt würde man das der Stadt als Umgehung des Verbots auslegen. „Wir kommen da im Moment rechtlich nicht ran“, sagte der Senator und appellierte für die Aufhebung des Verbotes: „Können wir für die Hansestadt wirklich sehenden Auges Prozesskosten riskieren?“ Der Zirkus Afrika hatte der Stadt bereits mit Klage gedroht. Die Bürgerschaft hatte im April 2016 das Verbot als Signal für den Schutz des Tierwohls und der Tierethik erlassen. Es schließt aus, dass Zirkusse mit Affen, Bären, Raubkatzen, Robben, Krokodile, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffen, antilopenartige Tiere, Zebras, Kängurus, Greifvögel und oder Straußen in Rostock gastieren.